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Quelle: Rawpixel_istock

In seiner Eröffnungsrede zum 126. Deutschen Ärztetag in Bremen mahnte Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt dringend notwendige Reformen im Gesundheitswesen an: „Wir stehen in Kliniken und Praxen vor einer enormen Ruhestandswelle unter Ärztinnen und Ärzten. Die Bundesländer müssen umgehend rund 6.000 zusätzliche Medizinstudienplätze schaffen, um diesen Wegfall zu kompensieren.

Ärzteschaft in Krankenhausreform einbeziehen

Gleichzeitig müsse die Finanzierung von Kliniken, die Planung der Krankenhauslandschaft und die Zusammenarbeit von Praxen, Kliniken und anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens vollkommen neu gestaltet und enger vernetzt werden, so Reinhardt.

In die Vorbereitungen der anstehenden Krankenhausreform sei die Ärzteschaft unbedingt einzubeziehen. Es brauche das Knowhow der Praktiker vor Ort, um wirklich praxistaugliche Lösungen für eine Krankenhausreform zu finden. So müsse man zum Beispiel mehr Vorhalteleistungen für Notfälle und Krisenzeiten in die Vergütung von Kliniken einbeziehen.

Versorgung sektorübergreifender ausrichten

Zudem habe die Corona-Pandemie gezeigt, wie notwendig einer deutlich engere Zusammenarbeit von Praxen, Kliniken und anderen Gesundheitseinrichtungen sei: „Seit Jahren wird von der Politik die sogenannte sektorenübergreifende Versorgung beschworen, aber passiert ist bisher wenig“, kritisierte Reinhardt. Er appellierte an den Bundesgesundheitsminister, die Ankündigungen im Koalitionsvertrag für eine engere personelle und digitale Vernetzung der Versorgungsbereiche schnell und umfassend umzusetzen.

Neue GOÄ ist fast fertig – aber Thema steht nicht auf BMG-Agenda

Nach der Rede des BÄK-Präsidenten hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach erneut die Hoffnungen auf eine rasche Umsetzung der GOÄ-Reform gebremst: „Ich werde das vorurteilsfrei prüfen“, ist nur ein ganz schwaches Signal. Dabei ist die Gebührenordnung zwischen Bundesärztekammer, Privater Krankenversicherung (PKV) und Beihilfe bereits abgestimmt.

Man bereite derzeit eine Testphase der neuen GOÄ für den Echtbetrieb vor. Auf deren Grundlage werde dann die endgültige Einigung erfolgen, erklärten Bundesärztekammer und PKV heute (24.5.2022) gegenüber der Presse. Das rechtliche Regelwerk sei bereits komplett fertiggestellt und konsentiert. Unter Einbeziehung von 165 ärztlichen Berufsverbänden und wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaften seien Leistungsbeschreibungen erarbeitet worden, womit der aktuelle Stand der modernen Medizin in insgesamt rund 5.600 Ziffern präzise definiert sei. Auch die Verhandlungen über die Preise liefen derzeit intensiv.

„Wir fordern den Bundesgesundheitsminister auf, diesen Konsens der Beteiligten umzusetzen“, fordern BÄK und PKV gemeinsam.

Zur Zusammenfassung der Eröffnungsrede von Dr. Klaus Reinhardt.

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