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Jahresbericht 2009

Die Aktivitäten des Landesverbandes Sachsen-Anhalt konzentrierten sich 2009 auf die Jahrestagung, die Ende September 2009 im Auditorium maximum der Stiftung „Leucorea“ – der ehemaligen Wittenberger Universität in der Lutherstadt Wittenberg -stattfand.

Die Jahrestagung setzte sich mit einem Vortrag zu aktuellen berufspolitischen Themen auseinander. Weiterhin wurde in einem wissenschaftlichen Teil die aktuelle Therapie des Magenkarzinoms dargestellt.

Zu Beginn der Jahrestagung sprach der Vizepräsident des Berufsverbandes Dr. med. J. A. Rüggeberg über allgemein-berufspolitische Fragestellungen sowohl aus dem Bereich des BDC als auch über medizinisch-gesellschaftliche Themen. Im Anschluss an den instruktiven Vortrag des Vizepräsidenten entwickelte sich eine rege Diskussion, in der u. a. von Prof. Dr. med. H. Zühlke nachgefragt wurde, warum durch die Chirurgen keine Zusatzbezeichnung „Onkologie in der Chirurgie“ beantragt bzw. nicht durchgesetzt werden konnte. Leider konnte auf diese wichtige Frage nicht beantwortet werden.

Der wissenschaftliche Teil der Jahrestagung beschäftigt sich mit den aktuellen Standards beim Magenkarzinom.

Oberarzt Dr. med. I. Wallstabe aus der Klinik für Innere Medizin aus dem St. Georg Krankenhaus in Leipzig referiert über die Diagnostik und die aktuellen endoskopischen Therapieoptionen, die sich laufend weiter verbessert und differenziert haben.

Priv.-Doz. Dr. med. J. Fahlke, zukünftiger Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie in Stendal, stellte die perioperativen und adjuvanten Chemotherapieoptionen bei Magenkarzinomen vor. Die Erfolge der verschiedenen Therapien entwickeln sich ähnlich wie die Ergebnisse der neoadjuvanten Therapien des Rektumkarzinoms, so dass heute Magenkarzinome ab T2, N1 einer neoadjuvanten Chemotherapie nach differenzierter präoperativer Diagnostik zugeführt werden sollten. In diese neoadjuvante Chemotherapiekonzepte müssen auch die Adenokarzinome des ösophagogastrointestinalen Überganges einbezogen werden.

Prof. Dr. med. H. Zühlke stellte abschließend in seinem Vortrag die Frage, ob die erfolgreichen Chemotherapien die operative Strategie bei Magenkarzinom verändert. Auf Grund der Erfolge der neoadjuvanten Radiochemotherapie des Rektumkarzinoms kann postuliert werden, dass die Ergebnisse auch für das Magen-karzinom eintreten werden. Daraus ist zu folgern, daß sich das chirurgische Arbeitsfeld des Chirurgen in den nächsten 15 bis 20 Jahren deutlich verändern wird. Dies wird u. a. das Ausmaß der Resektionen bzw. die Lymphadenektomien betreffen. Es ist zu fordern, dass die chirurgische Onkologie ein unabdingbares Segment der Viszeralchirurgie sein muss, da ohne die Kenntnisse der modernen Chemotherapeutika bzw. der monoklonalen Antikörper eine effiziente Therapie nicht zu erzielen ist. Es besteht die Gefahr, dass die Chirurgen von der rasanten Entwicklung von Chemotherapeutika abgekoppelt werden.

Insgesamt waren 45 Chirurgen während der Jahrestagung anwesend. Dieses zeigt die Akzeptanz der Tagung. Die Diskussion war intensiv und konstruktiv.

Die übrigen Probleme in Sachsen-Anhalt differieren nicht von denen in anderen Landesverbänden. Die Rekrutierung nicht nur von jungen Nachwuchschirurgen, sondern auch von Oberärzten aus den verschiedenen Schwerpunkten, stellt eine große Herausforderung dar und wird immer problembeladener.

Die Jahrestagung der Chirurgenvereinigung von Sachsen-Anhalt 2010 wird zusammen erneut mit den Landesverbänden Thüringen und Sachsen im Rahmen der Tagung der Mitteldeutschen Chirurgen in Magdeburg, die im September 2010 unter der Leitung von Prof. Dr. med. H. Lippert, stattfindet, durchgeführt.

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Autor des Artikels

Prof. Dr. Helmut Zühlke

ehem. 1. Vorsitzender BDC|Sachsen-Anhalt

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