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Nach fast 26 Jahren engagierter und verlässlicher Arbeit im Sekretariat des Berufsverbands der Deutschen Chirurgie verabschieden wir unsere geschätzte Kollegin Hanne Quandt in den wohlverdienten Ruhestand. Mit ihrer Kompetenz, Umsicht und Herzlichkeit war sie über viele Jahre eine unverzichtbare Stütze des Verbands. Sie hielt den organisatorischen Ablauf zusammen, war Anlaufstelle für Mitglieder, Vorstände und Kolleginnen und Kollegen – stets mit einem offenen Ohr, einem freundlichen Wort und einem beeindruckenden Überblick über alle Details. Ihr unermüdlicher Einsatz, ihre Loyalität und ihre ruhige, verlässliche Art haben den Verband in vielfältiger Weise geprägt. Dafür möchten wir von Herzen Danke sagen – für ihre hervorragende Arbeit, ihr Engagement und die vielen kleinen und großen Dinge, die sie tagtäglich möglich gemacht hat. Wir wünschen ihr für den neuen Lebensabschnitt alles Gute – Gesundheit, Freude, Zeit für Familie, Hobbys und für alles, was bisher zu kurz gekommen ist. Möge dieser neue Lebensabschnitt genauso erfüllend und bereichernd sein wie die gemeinsame Zeit mit uns.

Der Vorstand, die Geschäftsführerin und das gesamte Team des Berufsverbands der Deutschen Chirurgie

BDC: Wie fing das mit dir und dem BDC an?

Hanne Quandt (HQ): Anfang 2000 wollte ich mich beruflich umorientieren und bin auf neue Stellensuche gegangen. Die Angebote waren noch nicht so im Überfluss vorhanden wie heute. Aber dranbleiben und niemals aufgeben war schon immer meine Devise und mein Leitspruch, der mich heute noch begleitet. Dann entdeckte ich in einer großen Berliner Zeitung (nicht die mit vier Buchstaben ) eine Stellenanzeige, die mich sofort ansprach. Die Anzeige habe ich heute noch in meinen Unterlagen. Ich bewarb mich sofort, hatte mich im Sekretariat bei Frau Spindler erkundigt und wartete dann gespannt ab. Es dauerte gar nicht lange und ich erhielt von Herrn Dr. Felsing (), damaliger Geschäftsführer, eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Ich fuhr nach Berlin und war aufgeregt aber auch etwas Freude schwang mit. Ich wollte die Stelle unbedingt. Als Frau Spindler mir die Tür öffnete kam mir eine Freundlichkeit und Herzlichkeit entgegen, so dass im ersten Moment meine innere Aufgeregtheit verflogen war. Das Vorstellungsgespräch mit Herrn Dr. Bauch () damaliger Vizepräsident, Herrn Dr. Felsing und Frau Spindler (Sekretärin) verlief sehr gut. Am Schluss des Gespräches informierte mich Dr. Felsing, dass er sich melden würde. Auf dem Weg nach Hause ging mir nochmal alles durch den Kopf und ich dachte, das alles war bestimmt umsonst. Ich kam gerade zu Hause an, da klingelte das Telefon (Handy gab es noch nicht). Herr Dr. Felsing rief an und sagte mir, dass die Entscheidung auf mich fiel. Ich war so glücklich und erfreut in diesem Moment, dass ich innerlich einen riesigen Luftsprung machte, den ich kaum unterdrücken konnte, sodass wir beide lachen mussten. Ich wurde zum 20.03.2000 eingestellt und ich fühlte mich sofort sehr wohl, strotzte so voll Elan und Tatendrang, die Arbeit machte mir großen Spaß. Meinen vorherigen Job hatte ich dann gekündigt. An dieser Stelle gilt mein ganz besonderer Dank an Herrn Prof. J. Witte (), der meinen Arbeitsvertrag unterschrieb und ihn mir dann übergab, sowie an die Herren Dr. H.-H. Felsing und Dr. J. Bauch auch wenn alle drei Herren nicht mehr unter uns weilen. Nochmals Dankeschön!

BDC: Wie viele Präsidenten hast du erlebt?

HQ: Insgesamt habe ich vier Präsidenten erlebt, angefangen mit Herrn Prof. Witte. Er war eine herausragende Persönlichkeit, nahm sich immer Zeit und hatte ein offenes Ohr auch für Themen, die mal nicht im beruflichen Fokus standen. Er war sehr warmherzig und menschlich. Ich kann mich noch erinnern, es war wahnsinnig interessant, wenn er uns erzählte, welche Persönlichkeiten er operiert hatte – natürlich unter Diskretion und streng vertraulich. Nach seinem Tod übernahm Herr Prof. Polonius erst kommissarisch die Position des Präsidenten und wurde nach anschließender Wahl als Präsident bestätigt. Mit ihm gemeinsam durfte ich die Jahre von 2003–2010 zusammenarbeiten. Er verstarb im Mai 2025.
Von 2010–2015 war Herr Prof. Bruch Präsident des BDC und seit 2015 Herr Prof. Dr. med. Dr. h.c. H.-J. Meyer.

Welche Ereignisse sind dir im Gedächtnis geblieben?

HQ: Natürlich der Tod von Prof. Witte, der uns damals schockierte. Ich war zu dieser Zeit im Urlaub und man hatte mich zurückgeholt, um alles Wichtige in die Wege zu leiten und auch Prof. Polonius bei allen Aufgaben dabei zu unterstützen. Er sprang kommissarisch sofort ein.
Auch schöne Ereignisse habe ich in Erinnerung – wie die jährlichen Teamausflüge, die immer abwechslungsreich waren und total viel Spaß machten. Vielleicht kommt diese Frage noch dann dazu später mehr.

BDC: Was hat sich über die Jahre im Verband verändert?

HQ: Verändert hat sich u. a. die Personalstruktur. Nach und nach vergrößerte sich die Anzahl der Kolleginnen und Kollegen in der Geschäftsstelle von damals sechs auf jetzt 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sowie mit dem Ausbau weiterer Abteilungen wie z. B. in der Akademie und in der Kommunikationsabteilung mit Marketing und Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Das zeigt, dass sich auch die Ansprüche angepasst haben und weiterhin anpassen werden, denn der Verband steht nicht still. In meinen fast 26 Arbeitsjahren im BDC wurde mein Büro und Aufgabenbereich stets angepasst und umstrukturiert. Nach kurzer Einarbeitungszeit dürfte ich die jeweiligen Geschäftsführer und Präsidenten in ihrer Arbeit unterstützen. Im Laufe der Zeit wurde immer mehr digitalisiert, Papier reduziert, die Technik wurde immer mehr zum Standard und modernisiert. Man übernahm immer mehr Verantwortung, arbeitete vorwiegend selbstständig und das Aufgabenspektrum wurde immer spezieller. Man fuchste sich überall rein – wie man so sagt.

BDC: Welche Schwerpunkte hat der Verband aus deiner Sicht immer verfolgt?

HQ: Die Fort- und Weiterbildung stand und steht immer im Fokus. Allein die Fort- und Weiterbildungsangebote haben sich stets den Entwicklungen angepasst. Wenn man die Arbeiten vergleicht, zu dem Zeitpunkt, als ich beim BDC die Arbeit aufnahm, ist das gegenüber heute gar nicht mehr vergleichbar. Was wurden damals u. a. an Diktaten – noch mit Kassettenaufnahmen – geschrieben. Heute ist das gar nicht mehr denkbar, zukünftig übernimmt das die KI und ChatGPT.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Dienstleistung für unsere Mitglieder, die sich in den letzten Jahren immer mehr in unterschiedlichen Richtungen entwickelte und auch weiterentwickeln wird. Für die Mitglieder da zu sein, sie zu beraten und bei gewissen Belangen zu unterstützen, ist nach wie vor sehr wichtig und man merkt es täglich an den Anfragen, die uns erreichen. Die Dankbarkeit, die uns erreicht, spornt uns immer weiter an.
Es hat sich auf allen Ebenen fortschrittlich, dienstleistungsmäßig und technisch so viel weiterentwickelt. Das muss auch so sein, das ist der Lauf der Zeit. Der BDC ist für seine Mitglieder da und passt sich in allen Belangen an.
Und natürlich auf politischer Ebene: Der Slogan war und ist: „Der BDC vertritt alle chirurgischen Berufsbelange innerhalb der Ärzteschaft gegenüber den Körperschaften des öffentlichen Rechts sowie der Ärztekammer und den Kassenärztlichen Vereinigungen; als auch gegenüber dem Staat, der Regierung und ihren Behörden“.

BDC: Was hat dir an deiner Arbeit am meisten Freude gemacht?

HQ: Mir hat die Arbeit hier im BDC von Anfang an sehr viel Freude und auch Spaß gemacht. Ich war stets mit Herzblut dabei und habe meinen hohen Arbeitsanspruch im BDC einsetzen dürfen. Für mich war alles ganz spannend. Besondere Freude kam auf, wenn alles perfekt lief, ob es die Vorbereitungen zu den Sitzungen mit den teils dazugehörigen Abendveranstaltungen waren, die ganze Büroorganisation mit allem was dazu gehörte, der Austausch mit den jeweiligen Präsidenten und Geschäftsführern, unter den Kolleginnen und Kollegen, die telefonischen Beratungen unserer Mitglieder, die engen Kooperationen mit der damaligen Funk-Gruppe, der Ecclesia Gruppe, der Kanzlei Dr. Debong in Heidelberg und natürlich der Kanzlei Dr. Heberer in München. Es gab nichts, was ich nicht gern mochte. Und wenn die Arbeit dann auch gewürdigt wurde, hat man sich gefreut und war stolz auf das Geleistete.

BDC: Welche lustigen Ereignisse gab es?

HQ: Da gab es in den fast 26 Jahren so viele. Diese hier aufzuzählen oder näher zu beschreiben, würde den Rahmen sprengen. Es war schön und das Lachen kam wirklich nicht zu kurz. Eine kleine Episode fällt mir gerade ein. Ich war noch nicht lange beim BDC. Im großen Besprechungsraum befand sich eine kleine Küche mit zwei eingebauten Kochplatten. Eine damalige Kollegin aus Hamburg hatte Geburtstag und für uns alle zu Mittag gekocht – natürlich zu Hause vorgekocht und im Anschluss hatten wir gemeinsam gegessen und dabei viel gelacht. Sie hatte so viele teils lustige Storys erzählt. Für mich war das damals neu. Und wie mir erzählt wurde, wurde für den damaligen Präsidenten das Obst geschnitten und sein Obstteller angerichtet.
Als ich beim BDC anfing, hatten wir für die Vorstandssitzungen die belegten Brötchen noch selbst zubereitet. Zu dieser Zeit gab es noch keinen Hauscaterer im LVH und belegte Brötchen beim Bäcker gab es damals auch noch nicht. Jeder ist mal einkaufen gegangen und hatte alles Notwendige besorgt. Lange, lange her – und so wandelt sich alles.

BDC: Was wirst du vermissen?

HQ: Darüber muss ich gar nicht nachdenken. Natürlich das ganze Team! Es hat mir sehr viel Spaß und Freude gemacht, dass wir uns untereinander stets unterstützen, uns sehr gut verstanden, ein großes Vertrauen vorhanden war, viele gemeinsame Teamevents erleben durften, für den einen oder anderen beratend und unterstützend behilflich sein konnte und auch mal ein offenes Ohr für andere Probleme zur Verfügung stehen dürfte. An dieser Stelle ganz lieben Dank an das Team in der Geschäftsstelle aber auch nicht zu vergessen, an die Kolleginnen, die nicht mehr beim BDC angestellt bzw. bereits im Ruhestand sind.
Und selbstverständlich nicht zu vergessen, alle Mandatsträger, Vorstandsmitglieder, Präsidenten, Geschäftsführer, die ich in meiner langjährigen Betriebszugehörigkeit kennenlernen und unterstützen durfte. Bei Ihnen möchte ich mich ganz herzlich bedanken – für das Vertrauen, dass Sie mir alle entgegengebracht haben und auch die gute Zusammenarbeit der fast 26 Jahre. Diese Zeit hat bei mir viele positive Spuren und Erinnerungen hinterlassen. Die Arbeit im BDC ist und war mein Herzblut von Anfang an. Ich habe sehr gern im BDC gearbeitet, mich engagiert und hatte Freude und Spaß daran. Das trieb mich auch immer an.

Hier nochmal ein großes DANKESCHÖN an alle!

BDC: Welcher Moment war für dich ein Erfolg für den BDC?

HQ: Die ersten Chirurgentage im Langenbeck-Virchow-Haus, die der BDC und das Team eigenständig organisierten sowie die Quo Vadis Chirurgia-Veranstaltungen. Es war immer sehr spannend, interessant und vielseitig auch in der Vorbereitung und anschließenden Durchführung. Das ganze Team war immer mit sehr viel Engagement und Freude dabei.

BDC: Dein schönstes Team-Event?

HQ: Da gab es so viele schöne und kreative Events, die Spaß machten, da kann ich mich gar nicht für ein konkretes entscheiden. Ob dass das Bogenschießen war, gemeinsames Plätzchen backen und/oder gemeinsames Kochen in unterschiedlichen Kochstudios, Segway-Fahren durch Berlin, Grillabend bei Dr. Felsing auf dem Grundstück, Dampferfahrten von Berlin nach Grünheide, auf dem Müggelsee, Weihnachtsessen und Besuche auf den Weihnachtsmarkt, Paddeltouren im Spreewald und auf der Spree in Berlin, Inline-Skates im Fläming, Fahrradtour in Potsdam, Führung durch die Beelitzer Heilstätten mit Baumpfadwanderung. Alle waren ein Highlight an denen das Team und ich sehr viel Freude hatten.

BDC: Was wünschst du dem Team in der Geschäftsstelle und dem BDC?

HQ: Nochmals ein großes Dankeschön für die tolle Zusammenarbeit und die vielen schönen Erinnerungen! Ich wünsche allen und natürlich dem BDC weiterhin viel Erfolg, ein Wachstum in allen Bereichen, dem Team beruflich und persönlich alles Gute, Gesundheit und uns allen eine friedliche Zukunft.
Dankeschön, dass ich ein Vierteljahrhundert Teil des BDC war und meinen Anteil an der Mitgestaltung leisten durfte.
Für mich beginnt nun ein neues Kapitel in meinem Leben – der (Un-)Ruhestand. Es war schön! Auf Wiedersehen!

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