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Ähnlich der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) kann die Chirurgie – nach ihrem Selbstverständnis die „Krone der Medizin“ – in Deutschland auf eine traditionsreiche Geschichte zurückblicken. So existiert die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) bereits seit 1872. Etwas länger dauerte es allerdings bis die deutschen Chirurgen daran gingen, die Interessen ihres Standes in einem Berufsverband zu bündeln. Als schließlich am 23. April 1960 in München der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) gegründet wurde, hatten andere medizinische Fächer längst begonnen, sich in Form von Berufsverbänden zu organisieren, um ihre berufspolitischen Interessen zu vertreten.

Professor Hans Killian, damals Ordinarius für Chirurgie in Freiburg, kommt der Verdienst zu, vor diesem Hintergrund die Initiative ergriffen zu haben. Die Gründungsakte von 1960 nennt drei konkrete Ziele: Die Vertretung der chirurgischen Berufsbelange in den Ärzteorganisationen, gegenüber den Körperschaften des öffentlichen Rechts und allen politischen Akteuren, die Beratung hinsichtlich der chirurgischen Belange einschließlich der Facharztausbildung und der Gebührenordnung, der Pflichten und Rechte sowie der Bewahrung der Interessen des Berufsstandes in der Öffentlichkeit. Ausdrücklich sollte es sich um keine Konkurrenz, sondern um eine Ergänzung zur DGCH als wissenschaftlicher Fachgesellschaft handeln.

Heute – 50 Jahre später – ist der BDC mit rund 16.000 Mitgliedern nicht nur die größte Chirurgenvereinigung Europas, in dem sich vor allem im Krankenhaus tätige Ärztinnen und Ärzte organisieren: Der BDC ist auch ein kämpferischer Verband, der seine Stimme in der Debatte vernehmen lässt – erinnert sei nur an die Initiative mit Plakaten und Informationsmaterialien in den Praxen niedergelassener Chirurgen vor der Bundestagswahl im Herbst 2009.

Wenn dieser hartnäckige Einsatz des BDC für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Chirurgen auch zu einer Verbesserung der Patientenbetreuung und einer Steigerung der Behandlungsqualität führt, findet dies die volle Unterstützung der Krankenkassen. Allerdings muss das Ziel einer qualitativ hochwertigen Versorgung auch stets mit dem Gebot der Wirtschaftlichkeit verbunden sein. Angesichts der angespannten Finanzsituation der gesetzlichen Krankenversicherung ist dies eine Daueraufgabe für alle im Gesundheitswesen Tätigen.

BDC und Krankenkassen eint ein gemeinsames Ziel: Die bestmögliche medizinische Behandlung der chirurgisch zu versorgenden Patienten. Von diesen ist schließlich die überwiegende Mehrheit gesetzlich versichert. Nicht zuletzt erfreulich ist die konstruktive Haltung der Chirurginnen und Chirurgen bezüglich der Qualitätssicherung: Entsprechende Verfahren sind im Klinikalltag erfolgreich etabliert. Patienten können so darauf vertrauen, in allen Krankenhäusern in Deutschland nach hohen und gleichen Qualitätsstandards behandelt zu werden.

50 Jahre sind in der langen Historie der Chirurgie wahrlich kein Alter: Ich wünsche dem Berufsverband der Deutschen Chirurgen auch für die kommenden 50 Jahre Glück und eine erfolgreiche Arbeit, die den in der Chirurgie tätigen Ärztinnen und Ärzten, vor allem aber denjenigen Menschen in unserem Land zugute kommt, die auf professionelle chirurgische Kompetenz angewiesen sind.

Dr. Doris Pfeiffer
Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverband

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