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Sechs Maßnahmen verbessern Überlebenschancen von Schwerverletzten:
Unfallchirurgen entwickeln Trauma Care Bundle für den Rettungsdienst

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU) führt für die präklinische Versorgung von Schwerverletzten ein Maßnahmenbündel ein: das Trauma Care Bundle. Es umfasst sechs evidenzbasierte Maßnahmen, die bei jedem Schwerverletzten durchgeführt werden sollen. Die auf einem Schaubild dargestellten Elemente sind leicht erfassbar: Sie erhöhen die Handlungssicherheit von Rettungsdienstmitarbeitern und Notärzten und ermöglichen, dass sie in zeitkritischen Situationen schnell und sicher die richtige Behandlung durchführen. Damit sollen die Überlebenschancen von schwer verunfallten Patienten für die Zeitspanne zwischen deren Rettung und dem Eintreffen in einem Traumazentrum weiter verbessert werden. DGU-Experten stellen das Trauma Care Bundle erstmalig am 4. März 2016 auf dem Deutschen Interdisziplinären Notfallmedizin Kongress (DINK) in Koblenz vor. Das Schaubild ist auch als Aufkleber für den Rettungswagen erhältlich und kann kostenlos bei der DGU bestellt werden.

2016_Schaubild_Aufkleber_Trauma_Care_Bundle_DGU

Das Trauma Care Bundle besteht aus folgenden Bündelelementen:
• Freien Atemweg sicherstellen
• Thorax klinisch untersuchen und Atemfunktion sicherstellen
• Blutungen kontrollieren und geeignete Gefäßzugänge anlegen
• Bewusstseinslage, Motorik und Sensibilität erfassen
• Wirbelsäule und verletzte Extremitäten ruhigstellen sowie Wunden versorgen
• Wärmeerhalt sicherstellen.

Das Maßnahmenbündel basiert auf der S3-Leitlinie Polytrauma/Schwerverletzten-Behandlung der DGU. Professor Gerrit Matthes, Mitglied der DGU-Sektion Notfallmedizin, Intensivmedizin und Schwerverletztenversorgung (NIS), hat die Maßnahmen mitentwickelt und sagt: „Im Klinikalltag haben sich diese einfachen und klar formulierten Maßnahmen bewährt. Dieses Wissen wollen wir nun in den Rettungswagen bringen.“

Die sogenannten Care Bundle stellen einen neuen Ansatz bei der Behandlung von bestimmten Risikogruppen dar. Die Idee stammt aus den USA und zielt darauf ab, wissenschaftlich erwiesene Best-Practice-Elemente schnell verfügbar zu machen. Ein Care Bundle ist eine strukturierte Methode, um Behandlungsprozesse und -ergebnisse zu verbessern. Ein gutes Beispiel ist das Sepsis Care Bundle der amerikanischen Surviving Sepsis Campaign (SSC), dessen Einführung mit einer signifikanten Reduktion der Sterblichkeit verbunden ist.

Referenzen

[1] Matthes G, Trentzsch H, Wölfl C, Paffrath S, Flohé S., Schweigkofler U, Ekkernkamp A, Schulz-Drost S für die Sektion Notfallmedizin, Intensivmedizin und Schwerverletztenversorgung (NIS) der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. Wesentliche Maßnahmen zur prähospitalen Versorgung schwerverletzter Patienten – Das Trauma Care Bundle Unfallchirurg 2015 – 118:652-656
http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00113-015-0042-7
Zusendung der Publikation auf Anfrage möglich (Erlaubnis des Verlages liegt vor)

Terminhinweis

Vortrag auf dem Deutschen Interdisziplinären Notfallmedizin Kongress (DINK)
Termin: 4. März 2016, 14.00 – 16.00 Uhr, Großer Saal
Toppaper Notfallmedizin
Referent: Professor Dr. Gerrit Matthes, Sektion NIS der DGU, Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am Unfallkrankenhaus Berlin

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU)

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