01.06.2026 INTERN DGCH
Sehr persönlich nachgefragt bei Julia Gumpp

Was ist das Schönste an Ihrem Beruf?
Immer noch das Operieren.
Welchen klinischen Schwerpunkt haben Sie?
Ich bin Spezielle Viszeralchirurgin und operativ überwiegend onkologisch tätig.
Was war für Ihr berufliches Fortkommen besonders hilfreich?
Menschen, die mich gefördert haben und das Netzwerk Die Chirurginnen e.V.
Was war Ihre größte Inspiration?
Ich wollte gar nicht Chirurgin werden, war aber im PJ sofort vom OP begeistert. Als ich dann während einer Nierentransplantation die noch ausgeklemmte Niere halten durfte, der Oberarzt die Arterienklemme öffnete und ich den Parenchympuls des Organs spüren konnte: Das war der Aha-Moment und ich wusste, dass ich nichts Anderes machen möchte.
Welches Forschungsthema bearbeiten Sie?
Momentan gar keines. Bin trotzdem sehr gut beschäftigt.
Was haben Sie erst vor kurzem in Ihre chirurgische Praxis implementiert?
Ich habe den Kurs als Antibiotic Steward absolviert, und das hat viel mehr Impact auf meinen beruflichen Alltag, als ich gedacht hätte. Empfehlung!
Welche persönlichen Visionen möchten Sie gerne umsetzen?
Dass auf allen Hierarchieebenen in der Chirurgie Männer und Frauen gleich repräsentiert sind.
Welche Publikation der letzten zwei Jahre halten Sie für einen Game-Changer in Ihrem Fach?
Kein Game-Changer, aber wegweisend: Wallis CJD et al „Surgeon Sex and Long-Term Postoperative Outcomes Among Patients Undergoing Common Surgeries” JAMA, 2023
Wie fördern Sie die persönliche und fachliche Entwicklung in Ihrem Team?
Ich bemühe mich um psychologische Sicherheit im Team: Fehler werden offen und ohne Vorwurf angesprochen, das schafft Raum für Lernen und Innovation.
Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Für Polina von Takis Würger.
Mit welchem Song wachen Sie in der Früh am liebsten auf?
Ich bin großer Depeche-Mode-Fan.
In der Gesundheitspolitik gibt es viele Baustellen. Was sollte als Erstes angepackt werden?
Das System ist zersplittert – ambulant vs. stationär, gesetzlich vs. privat, verschiedene Vergütungssysteme. Eine gerechtere und effizientere Finanzierung würde Ressourcen gezielter lenken und Fehlanreize abbauen.
Wie gehen Sie mit Frustrationen um?
Ich mache Sport. Und zwar so, dass ich nicht mehr denken kann, das hilft.
Drei Dinge, die Ihnen am Herzen liegen?
Meine Familie, Die Chirurginnen und meine Klinik
Wo werden Sie schwach?
Kartoffelchips.
Was bringt Sie zum Lachen?
Meine Tochter. Die ist wirklich witzig.
Was gehört für Sie zu einem gelungenen Tag?
Den ganzen Tag bei strahlendem Sonnenschein Ski zu fahren.
Was sehen Sie als die größten Herausforderungen für die Chirurgie in den kommenden Jahren?
Die Arbeitsbedingungen müssen so lebensfreundlich gestaltet werden, dass sie für den Nachwuchs annehmbar sind.
Muss eine Chirurgin, ein Chirurg Optimismus ausstrahlen?
Unbedingt!
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Dr. med. Julia Gumpp Viszeralchirurgin, Spezielle Viszeralchirurgin Leitende Oberärztin der Allgemein-, Viszeral- und Verheiratet, 2 Kinder, begeisterte Hobbysportlerin, |
Die Fragen stellte Univ.-Prof. Dr. med. Thomas Schmitz-Rixen.
Autor:innen des Artikels
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