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Eigentlich ist das Medizinstudium alles andere als unbestimmt. Studenten antworten auf die Frage nach ihrem Berufswunsch nicht mit „Ich mache irgendwas mit Medien.“ oder „Irgendwas mit BWL“ – man legt sich schon ziemlich fest, wenn es um das eigene Medizinstudium geht. Doch dann geht es um die Wahl der Fachrichtung. Da sind sich die Meisten dann doch nicht mehr so sicher.

Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC) und der Berufsverband Deutscher Internisten e.V (BDI). setzen genau da an und geben Studenten beim Nachwuchs-Kongress „Staatsexamen & Karriere“ die Möglichkeit, sich der Chirurgie und der Inneren Medizin zu widmen. Aber nicht nur die beiden Fachrichtungen sind Thema an diesem Wochenende – Im Vordergrund steht die Vorbereitung der Studenten auf ihre dritte ärztliche Prüfung. Mit vielen Tipps und Tricks aus der Praxis standen die Referenten dem Nachwuchs zur Seite. Unterstützung kann dabei schließlich nicht schaden. Denn so kurz vor der Approbation kommt Nervosität auf – wenn nicht sogar Prüfungsangst.

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„Haben Sie ‚Nur Mut!‘: Werden Sie ChirurgIn. Es ist ein wunderbarer Beruf“, eröffnete Professor Meyer, Präsident des BDC, den Kongress am 03. Oktober vor den Studenten. Aus ganz Deutschland kamen knapp 200 Medizinstudenten zum Kongress ins KARL STORZ Besucher- und Schulungszentrum Berlin.

Klar, so ganz ohne Konkurrenz um den Nachwuchs geht es unter den Chirurgen und Internisten nicht zu, aber die gemeinsame Idee der Nachwuchsförderung steht eindeutig im Vordergrund. So betonte Professor Meyer ebenfalls, wie sehr sich beide Fachrichtungen im Klinikalltag überschneiden würden und voneinander profitieren.

„Seit 2012 veranstalten wir dieses eigens entwickelte Seminar- und Kongressformat für Medizinstudenten gemeinsam mit dem BDC“, so Professor Dr. med. Denkinger, Vorstandsmitglied des BDI. „Es ist eine schöne Möglichkeit, direkt und unkompliziert mit dem Nachwuchs in Kontakt zu treten und die Studenten zu unterstützen“, ergänzt Privatdozent Dr. med. Krones.

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In Frontalvorträgen, Falldiskussionen und Videositzungen geben die Experten neben der Zusammenfassung der wichtigsten Prüfungsthemen dabei viele Ratschläge für den Prüfungsablauf.

Einige der Studenten berichteten, dass sie durch ihre Chefärzte auf den Kongress „Staatsexamen & Karriere“ aufmerksam gemacht wurden – so auch Frauke. Die Studentin wird sich sehr wahrscheinlich weder für Innere Medizin noch für die Chirurgie entscheiden. Neurologie steht bei ihr hoch im Kurs. Trotzdem war der Kongress hilfreich für sie: „Während des Studiums haben wir uns einen riesigen passiven Wissensschatz angeeignet. Da helfen praktische Prüfungsstrategien, wie sie hier vermittelt werden“, erzählt die Berlinerin. Sie verabschiedete sich übrigens mit den Worten, dass sie die Neurochirurgie nicht komplett für sich ausschließen würde.

Für Lisa steht hingegen schon fest, dass sie Chirurgin werden wird. Überzeugt hat sie ihr Praktisches Jahr. „Ich war in einer tollen Abteilung und dort möchte ich auch bleiben“, erzählt die Studentin aus Paderborn. „Die Inhalte beim Kongress sind sehr gut auf die bevorstehenden Prüfungen abgestimmt – ich kann es nur weiterempfehlen!“

Während des Kongresses wurden auch unterschiedliche praktische Kurse zu verschiedenen Themen, wie flexible Endoskopie oder minimalinvasive Chirurgie, angeboten, bei denen die Studenten in 30-minütigen Sessions ihre persönlichen Skills intensiv trainieren konnten.

An beiden Tagen der Veranstaltung gab es zudem die Möglichkeit, sich mit den Referenten bei der KarriereBeratung über die persönliche Laufbahn auszutauschen und gemeinsam neue Möglichkeiten auszuloten.

Alexander hat sich bei der KarriereBeratung von Professor Schröder eine Expertenmeinung zu seiner Berufsplanung eingeholt. „Das war super. Ich habe durch das Gespräch mehr Struktur in meinen bisherigen Plan bekommen, er hat mir neue Perspektiven eröffnet und vor allem habe ich jetzt einen Plan B. Professor Schröder hat mir auch Kontakte vermittelt, die mir hoffentlich noch helfen werden“, so der Medizinstudent aus München.

„Die KarriereBeratung war auch eine sehr gute Übung für anstehende Bewerbungsgespräche, da mich dort sicher ganz ähnliche Fragen erwarten“, schätzt Sebastian sein Gespräch mit dem Experten aus der Praxis abschließend ein. „Es hat sich auf jeden Fall gelohnt.“

Manchmal ist es eben doch besser zu probieren und sich vor Ort mit Referenten aus der Praxis über die Möglichkeiten auszutauschen, als sich nur auf das im Studium angeeignete Wissen zu verlassen.


Wissenschaftliche Leitung:

Prof. Dr. med. Michael Denkinger (BDI)
PD Dr. med. Carsten J. Krones (BDC)
Prof. Dr. med. Wolfgang Schröder (BDC).

Weilbach J. Probieren geht über Studieren. Passion Chirurgie. 2015 Dezember, 5(12): Artikel 09_01.

Weiterführende Informationen
Aktuelle Termine Nachwuchs-Kongress "Staatsexamen & Karriere"
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Autor des Artikels

Julia Weilbach

Presse & Social MediaBerufsverband der Deutschen Chirurgen e.V.Luisenstraße 58/5910117Berlin kontaktieren

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