01.06.2026 BDC|News
Ein neuer Vorstand übernimmt die Führung beim BDC

Der Weg war lang. Nach intensiver interner Diskussion im erweiterten BDC-Vorstand, Vorschlag eines neuen geschäftsführenden Vorstands durch das Präsidium im November 2025 und Wahl durch die BDC-Mitgliederversammlung auf dem DCK in Leipzig am 24. April 2026 übernimmt zum 01. Juli 2026 der neue Vorstand die Führung des BDC. Präsident Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer und Vizepräsident Dr. Jörg Rüggeberg geben ihre Ämter nach langer und erfolgreicher Tätigkeit für den BDC ab. Es folgt Prof. Dr. Dietmar Pennig als Präsident des BDC, der zusammen mit den beiden Vizepräsidenten Dr. Peter Kalbe und Prof. Dr. Wolfgang Schröder und mit Unterstützung durch die Geschäftsführerin Dr. Friederike Burgdorf die Aufgaben des neuen geschäftsführenden Vorstands beim BDC für die nächsten vier Jahre übernimmt.
Wir wollen es vorwegsagen: Wir als neuer BDC-Vorstand sind auf verschiedene Weise und auf verschiedenen Ebenen über viele Jahre eng mit dem BDC verbunden und – wir freuen uns auf diese herausfordernde Aufgabe.
Prof. Dr. med. Dietmar Pennig |
Prof. Dr. med. Wolfgang Schröder ab 07/2026 Vizepräsident des Berufsverbandes ehem. Leiter der BDC|Akademie Leiter des Zentrums für Speiseröhren- HELIOS Universitätsklinikum Wuppertal |
Dr. med. Peter Kalbe Vizepräsident des Berufsverbandes Gelenkzentrum Schaumburg |
Mit diesem Wechsel an der BDC-Spitze stellt sich unweigerlich die Frage, wie wir die schon vom letzten Vorstand definierten Kernziele des BDC fortsetzen und welche weiteren Schwerpunkte wir dabei setzen wollen. Aus unserer Sicht sind die beiden großen Aufgabenfelder eindeutig identifiziert und reflektieren unmissverständlich das Selbstverständnis eines großen Berufsverbandes. Sie sind nicht unbedingt neu, müssen aber in ihrer Umsetzung neu gedacht werden. Dieses sind zum einen die berufspolitische Interessenvertretung aller berufstätigen Chirurginnen und Chirurgen, zum anderen das umfassende Angebot verschiedenster Serviceleistungen für seine Mitglieder. Für diese zwei zentralen Aufgaben versteht sich der BDC als Vertreter aller in Deutschland tätigen Chirurginnen und Chirurgen, für alle chirurgischen Fachdisziplinen, für alle Karrierestufen und alle Versorgungsebenen.
“Die Meinung
unserer Mitglieder
ist uns wichtig.”
Berufspolitische Interessenvertretung
Die anstehenden und zum Teil bereits auf den Weg gebrachten gesundheitspolitischen Gesetzgebungsverfahren verfolgen letztendlich alle das gleiche große Ziel: das deutsche Gesundheitssystem als eines der zentralen Sozialversicherungssysteme finanzierbar und damit zukunftsfähig zu machen. Es ist aus unserer Sicht nicht zielführend, unser System der Gesundheitsfürsorge schlecht zu reden, denn die Versicherten erhalten hierzulande nach wie vor ein umfassendes Portfolio qualifizierter Gesundheitsleistungen. Richtig ist allerdings, dass die stetig steigenden Kosten im gesamten Gesundheitssystem auf ineffiziente Strukturen hindeuten und deswegen grundlegende Veränderungen zwingend erforderlich sind. Dies wird auch die kontroverse Diskussion umfassen, ob das im westeuropäischen Vergleich einzigartige umfassende Leistungsversprechen des deutschen Gesundheitssystems aufrechterhalten werden kann.
Die aktuelle Spargesetzgebung der Bundesregierung und die beschlossenen wie noch geplanten Strukturveränderungen betreffen den beruflichen Alltag aller Chirurginnen und Chirurgen auf den verschiedenen Versorgungsebenen unmittelbar. Nicht zuletzt deswegen ist das Interesse an berufspolitischen Fragen aktuell spürbar gestiegen und immer mehr Chirurginnen und Chirurgen beteiligen sich direkt am politischen Diskurs.
Für uns als neuen Vorstand gilt es, dieses Momentum zu nutzen und die berufspolitische Interessenvertretung unserer Mitglieder in mehreren dezidierten Schritten weiter auszubauen. Zukünftig werden wir unsere Mitglieder aktuell und umfassend über die verschiedenen BDC-Print- und Online-Medien über die berufspolitischen Aktivitäten informieren. Die in der laufenden Legislatur vom Bundesministerium für Gesundheit vorangetriebenen Reformprojekte müssen von unserer Seite aktiv begleitet und frühzeitig mit Sachkompetenz hinterlegt werden. Oberstes Ziel ist hierbei immer der Aspekt der berufspolitischen Relevanz für die berufstätigen Chirurginnen und Chirurgen.
Die Meinung unserer Mitglieder ist uns wichtig. Deswegen werden wir in einem zweiten Schritt die berufspolitische Diskussion unter unseren BDC-Mandatsträgern auf verschiedenen Ebenen intensivieren und zu ausgesuchten Schwerpunktthemen eine konsentierte Meinung herbeiführen. Auch die gut aufgestellten Landesverbände sind in diesem Zusammenhang ein zentrales Element. Wir werden über BDC-Messengerdienste verschiedene Online-Diskussionsforen einrichten, aber auch den persönlichen Meinungsaustausch durch regelmäßige Präsenz-Veranstaltungen fördern. Wir werden gemeinsam überlegen, ob die Wiedereinrichtung des Deutschen Chirurgentages mit Schwerpunkt der berufspolitischen Diskussion dieses Ziel unterstützt.

Der dritte Schritt ist die eigentliche berufspolitische Interessenvertretung. Als Vorstand ist es eine unserer wesentlichen Aufgaben, die geplanten Strukturreformen des Gesetzgebers durch chirurgischen Sachverstand zu unterstützen, Gesetzentwürfe zu kommentieren und konsentierte Meinungen unseres Verbands in die Breite zu tragen sowie diese in den gesundheitspolitischen Gremien zu artikulieren.
Die aktive Beteiligung unseres Berufsverbands an den Gesetzgebungsverfahren ist von herausragender Bedeutung für jedes BDC-Mitglied, aber auch die Gesamtheit der Chirurgie. Denn im Gegensatz zu anderen Berufsverbänden im operativen Bereich bildet der BDC den gesamten Querschnitt der operativen Medizin im chirurgischen Sektor ab. In diesem gesamten Konzept sehen wir die BDC-Landesverbände als entscheidende Multiplikatoren, sodass die vertrauensvolle und engen Zusammenarbeit mit ihren Vorsitzenden eine conditio sine qua non darstellt.
Serviceleistungen für seine Mitglieder
Die Mitgliederentwicklung beim BDC hat sich in den letzten Jahren rückläufig gezeigt, aktuell sind rund 16.500 Mitglieder beim BDC registriert (Stand Juni 2026). Für diese Entwicklung sind zwei Gründe anzuführen. Auf der einen Seite sind die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gegangen oder stehen unmittelbar davor – eine Entwicklung, die sich in den nächsten fünf Jahren auch auf dem medizinischen Arbeitsmarkt noch spürbar bemerkbar machen wird. Auf der anderen Seite ist die Gewinnung von Neumitgliedern im Nachwuchsbereich deutlich erschwert, da die nachfolgenden jungen Generationen in der Bindung an medizinische Fachgesellschaften und Berufsverbände den direkten Benefit nicht unmittelbar erkennen können – ein Trend, den viele Vereine, Gewerkschaften, Parteien und ähnlich organisierte Strukturen erfahren. Somit stellt sich für uns als Vorstand die entscheidende Frage, mit welchen Angeboten der BDC für seine Mitglieder einen spürbaren Mehrwert generieren kann. Hierbei muss allen Beteiligten klar sein, dass die Mitgliederentwicklung die wirtschaftliche Grundlage des BDC ist und die Finanzierung neuer, moderner Servicearbeit für BDC-Mitglieder wesentlich an diese Frage gebunden ist. Wirtschaftlichkeit ist deshalb auch für den neuen Vorstand ein zentrales Gebot, eine Aufgabe, die durch unseren langjährigen Schatzmeister Dr. Hubert Mayer unterstützt und überwacht wird.
Wir sind uns einig, dass der BDC durch die enge Kooperation mit der Ecclesia Gruppe ein besonders umfassendes Versicherungsangebot bietet. Insbesondere die im Mitgliedsbeitrag enthaltene Berufs-Rechtsschutz-Versicherung stellt einen wesentlichen Mehrwert auch für die Chirurginnen und Chirurgen in der Weiterbildung dar. Sie wird ergänzt durch eine 24/7 zu Verfügung stehende, individuelle telefonische Rechtsberatung durch unseren langjährigen Justiziar Dr. Jörg Heberer. Diese einzigartige Serviceleistung allein ist schon ein starkes Argument für eine Mitgliedschaft beim BDC und muss nach außen deutlicher hervorgehoben werden.
Die BDC|Akademie mit ihrem umfassenden Programm ist und bleibt ein weiteres zentrales Element der BDC-Serviceleistungen. Hier stehen wir in den nächsten Jahren vor großen Herausforderungen, bedingt durch eine Ausweitung der zu vermittelnden Inhalte, eine weitergehende Digitalisierung der Formate, eine Verknappung der zur Verfügung stehenden Ressourcen und eine Zunahme der konkurrierenden Angebote. Unter Federführung des neuen Akademieleiters Prof. Dr. Andreas Kirschniak ist die konzeptionelle Ausrichtung der Akademie auf diese sich abzeichnenden Veränderungen eine zentrale Aufgabe des gesamten BDC-Vorstandes, um Innovationen auf dem Fort- und Weiterbildungsmarkt mitzugestalten und damit den beruflichen Nutzen für alle unsere Zielgruppen hochzuhalten.
Diese beiden Pfeiler der BDC-Serviceleistungen werden aber nicht ausreichen, um die Mitgliederzahlen im BDC auf hohem Niveau stabil zu halten. Deshalb spielt die Koordination der BDC-Themen-Referate und damit der verschiedenen Sachthemen und Projekte eine entscheidende Rolle. Auch hier hat es einen Wechsel im erweiterten Vorstand gegeben. Der Staffelstab wurde von Prof. Dr. Michael Betzler an Prof. Dr. Carsten Krones, einem langjährigen Mitglied des erweiterten Vorstands, weitergegeben. Die Leitung und Koordination der Themenreferate in so erfahrenen Händen ist für den BDC eine große Chance, weitere langfristige Projekte für verschiedene Mitgliedergruppen im BDC zu initiieren und damit die Sichtbarkeit des BDC weiter zu verbessern. Wir als zukünftiger Vorstand haben bereits im Vorfeld eine breite Unterstützung für diese Initiativen signalisiert.
Mit der oben beschriebenen Mitgliederentwicklung ist unstrittig, dass ein besonderer Fokus der zukünftigen Arbeit auf dem chirurgischen Nachwuchs liegen muss, denn – der BDC muss jünger werden. Hier sind die Aufgabenfelder durch die von der jungen Generation geäußerten Ansprüche klar definiert: Gestaltung und Verbesserung der chirurgischen Weiterbildung, Entwicklung von Karrierepfaden und Vereinbarkeit von Berufsleben mit eingeforderter Lebensqualität. Der BDC wird sich hier aktiv in die Beschreibung und Kommunikation neuer Karrierewege einbringen, unter Berücksichtigung der anstehenden gesundheitspolitischen Veränderungen, der unveränderlich bestehenden hohen Anforderungen an das chirurgische Fach selbst und die klar formulierten Ansprüche einer jungen Generation an ein chirurgisches Berufsleben. Die Umsetzung dieser Ziele beinhaltet als erstes, die junge Generation aktiv und langfristig in unseren Verband einzubinden und so über die direkte Stimme eine unmittelbare Kommunikation zu ermöglichen. Erste größere Projekte wie der Aufbau eines „Young Surgeons Club“ wurden bereits durch den bisherigen Vorstand auf den Weg gebracht. Jetzt gilt es, diesem engagierten Nachwuchs beim BDC eine Bühne zu geben. Auch für diese zentrale zukünftige Aufgabe ist die Leitung der Themenreferate durch Prof. Dr. Carsten Krones eine Schlüsselposition.

Es gibt zwei weitere wichtige Berufsgruppen innerhalb der chirurgischen Community, die wir wieder mehr in den Fokus unserer Servicearbeit nehmen werden. Diese sind in den Krankenhäusern die Riege der eigenverantwortlich arbeitenden Fach- und Oberärzte und in der ambulanten Versorgung die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen. Diese Berufsgruppen sind und bleiben das Rückgrat der chirurgischen Versorgung in Deutschland und es ist nur folgerichtig, deren berufspolitischen Interessen gegenüber ihren Arbeitgebern unmissverständlich zu artikulieren.
Umsetzung der strategischen Ziele
Die Mitglieder unseres Verbandes werden sich fragen, wie die skizzierten Vorhaben in den nächsten vier Jahren auf den Weg gebracht werden können. Unsere Antwort ist so einfach wie aufwendig. Der BDC muss über Kongresse und Fortbildungen hinaus am klinischen Alltag aller berufstätigen Chirurginnen und Chirurgen aktiver partizipieren und das impliziert, dass wir als BDC dort präsent sind, wo die Kernarbeit chirurgischer Leistungen erbracht wird: in den Kliniken, in den Praxen und weiteren Einrichtungen, in denen chirurgische Patienten behandelt werden. Wir streben an, mit unserer chirurgischen Community noch intensiver ins Gespräch zu kommen und damit den Geist gemeinsamer Interessen neu zu beleben. Dabei können wir auf der erfolgreichen Arbeit des bisherigen BDC-Vorstands aufbauen und uns am 10-Punkte-Programm „Leitbild und Programmatik“ des BDC aus dem Jahr 2022 orientieren und dieses weiterentwickeln.
Die Umsetzung einer solchen Kampagne wird die koordinierte Mitarbeit aller Mitglieder des geschäftsführenden und erweiterten Vorstands sowie der Leiter der Themenreferate erfordern. Durch die unterschiedlichen beruflichen Karrieren der Vorstandsmitglieder steht uns für diese Aufgabe ein großes Netzwerk nicht nur unter Chirurginnen und Chirurgen zur Verfügung. Zudem stehen wir als neuer Vorstand explizit für die Ausweitung von Kooperationen mit anderen Fachgesellschaften und Berufsverbänden, unseren Partnern in der Industrie, den medizinischen Verlagen sowie allen gesundheitspolitischen Akteuren.
Wir sind fest entschlossen, den hier skizierten Weg als Vorstand zu gehen und laden alle Chirurginnen und Chirurgen in Deutschland ein, den BDC in den nächsten Jahren aktiv mitzugestalten. Investieren Sie gemeinsam mit uns in die Zukunft der Chirurgie in Deutschland!
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