01.04.2015 Panorama
Leserbrief zu Ausgabe Q4/2014, Pressemitteilungen „Poliklinik statt spezialisierter Facharztpraxen…” und „Deutsche Chirurgen warnen vor Versorgungsstärkungsgesetz…”

Sehr geehrtes BDC-Team,
ich befürchte Ihre beiden Artikel im Heft PASSION CHIRURGIE Q4, Seite 58 und 59, kommen zu spät. Bei uns in Göttingen kauft derzeit ein Krankenhaus den fünften chirurgischen Kassensitz auf (von Steuergeldern!!!) und bildet ein MVZ nach dem anderen. Der chirurgische Nachwuchs (sofern vorhanden) wird sich daher nicht niederlassen können weil er sich keinen KV-Sitz leisten kann, bzw. es keinen KV-Sitz mehr gibt. Also KV abschaffen? Das klappt nicht, weil die Ärzte keine Team-Player sind. Wenn alle Praxen in der Republik zur selben Zeit nur für fünf Wochentage Urlaub machen würden, dann würde auch mal jemand zuhören. So allerdings ist die Freiberuflichkeit der Ärzte durch die Politik zerstört. Der Nachwuchs bleibt in der Klinik, womit dort die Aufstiegschancen immer weniger werden, was den jungen Ärzten unterdessen bewusst ist. Es bleibt also nur eine Frage der Zeit wann auch die jungen Ärzte abspringen, z. B. ins Ausland.
Da ich zweimal bei KV-Sitz Verhandlungen durch Krankenhäuser ausgebotet wurde, habe ich den Mut gefasst und eine Privatarztpraxis gegründet. Zu meiner Freude sehe ich jetzt schon viele GKV-Patienten (30 %) als Selbstzahler, die das System nicht mehr akzeptieren, Tendenz steigend. Durch das neue Versorgungsverstärkungsgesetz werde ich noch mehr Zulauf durch Kassenpatienten haben, denn die Notfallambulanzen sind überfordert und überlaufen, was in Zukunft den Bereitschaftsdienst und die Pflege mehr belastet… Da ist abzusehen, dass das nicht lange gut geht. Die Politik hat es so gewollt und die Ärzte lassen es sich gefallen, dann darf sich auch keiner beschweren.
Wie gesagt: Alle Niedergelassenen fünf Tage zu selben Zeit Urlaub und die Politik kommt auf uns zu.
Mit freundlichen Grüßen
Anonymus
| |
Diesen Artikel finden Sie auf BDC|Online unter der Rubrik Themen/Berufsalltag/Ambulantes Operieren. Anonymus. Leserbrief zu Ausgabe Q4/2014, Pressemitteilungen „Poliklinik statt spezialisierter Facharztpraxen…” und „Deutsche Chirurgen warnen vor Versorgungsstärkungsgesetz…”. Passion Chirurgie. 2015 April, 5(04): Artikel 09_01. |
Weitere aktuelle Artikel
01.05.2026 Fachübergreifend
Leserbrief
Leserbrief zum Editorial von Prof. Dr. Carsten Krones in Passion Chirurgie 01/02/2026 „Stille Heldengeschichten“ mit Schwerpunkt „Perioperatives Management“.
01.05.2026 Nachhaltigkeit
BDC-Praxistest: Carus Green – Nachhaltigkeit und höhere Umweltverträglichkeit am Universitätsklinikum Dresden
„Wir sind ein umweltfreundliches Klinikum“ – ein Leitsatz, dem sich das Universitätsklinikum Dresden bereits seit 2012 mit der Initiative „Carus Green“ verschrieben hat. Das Gesundheitswesen trägt in Deutschland zwischen 5,2 % und 6,7 % zu den gesamten Treibhausgasemissionen bei, wobei Krankenhäuser international etwa 30 % der Emissionen im Gesundheitssektor verursachen [1].
01.05.2026 Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit in der Medizintechnik – warum sich ein Recycling lohnt
Der Auftrag des Gesundheitswesens ist eindeutig. Es soll Krankheiten behandeln, Leben retten und die Lebensqualität sichern. Wenn in Deutschland über Klimaschutz gesprochen wird, fällt der Begriff Gesundheitssektor jedoch meist spät. Dabei ist seine Klimabilanz beachtlich.
01.05.2026 Nachhaltigkeit
CO2-Fußabdruck von offenen Operationen, Laparoskopie und Robotik
Der Klimawandel rückt die ökologische Verantwortung des Gesundheitswesens zunehmend in den Fokus. In den westlichen Industrienationen verursacht das Gesundheitssystem 4–8 % der nationalen Treibhausgasemissionen [1, 2]. Der Operationssaal zählt dabei zu den ressourcen- und energieintensivsten Bereichen eines Krankenhauses und trägt wesentlich zu dessen CO2-Emissionen bei [3].
Lesen Sie PASSION CHIRURGIE!
Die Monatsausgaben der Mitgliederzeitschrift können Sie als eMagazin online lesen.

