24.02.2023 BDC|News
Krankenhausreform: Reaktion der Länder

Laut der Ärztezeitung hat ein neues Gutachten über die Auswirkungen der Klinikreform in den Bundesländern zu großer Unruhe geführt. Eine eins-zu-eins-Umsetzung der vorliegenden Vorschläge hätte enorme Veränderungen der Krankenhauslandschaft zur Folge.
Die von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) eingesetzte Regierungskommission hatte im vergangenen Dezember ihre Vorschläge für eine grundlegende Krankenhausreform vorgelegt. Die Krankenhauslandschaft, so eine ihrer Ideen, soll künftig besser strukturiert und jedes somatische Krankenhaus einer von vier Versorgungsstufen zugeordnet werden: Maximalversorger dem Level 3, Schwerpunktversorger dem Level 2, Grundversorger mit Notaufnahme dem Level 1n und Grundversorger ohne Notaufnahme, die künftig ausschließlich ambulante Leistungen erbringen sollen, dem Level 1i. Um die Level 2 und 3 erreichen zu können, müssen die Häuser der Kommission zufolge eine bestimmte Anzahl an Fachrichtungen vorhalten. Dabei soll jede Fachrichtung künftig einer konkreten medizinischen Leistungsgruppe zugeordnet werden, die mit eigenen Mindeststrukturvorgaben versehen ist.
Die Krankenhäuser kritisierten, dass weder die Regierungskommission noch das Bundesgesundheitsministerium (BMG) dargestellt hat, welche Auswirkungen eine Umsetzung dieser Ideen auf die deutsche Krankenhauslandschaft haben würde. Eine solche Analyse hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) jetzt vorgelegt. Die Analyse beruht in erster Linie auf den Qualitätsberichten der Krankenhäuser aus dem Jahr 2020. Sie bezieht sich auf die Vorhaltung der jeweiligen Leistungen und nicht auf die Leistungsmengen. Zudem wurden die Strukturvorgaben berücksichtigt, die der Gemeinsame Bundesausschuss im Jahr 2018 für die stationäre Notfallversorgung vorgelegt hat. An diesen Vorgaben hatte sich auch die Regierungskommission orientiert.
Die Krankenhäuser reagierten alarmiert auf die Analyse. Auch die Bundesländer reagierten laut Ärztezeitung mit einem Aufschrei. So sprach zum Beispiel der bayerische Landkreistagspräsident Thomas Karmasin (CSU) von einer „Schneise der Verwüstung“, die die Reform durch Bayern ziehen würde. Die kirchlichen Krankenhausträger in NRW wiesen zudem darauf hin, dass eine Schließung vieler Standorte auch Auswirkungen auf die Pflegeausbildung haben werde, die heute vielfach in den Krankenhäusern stattfindet. Und Ärzteverbände wie das Bündnis Junge Ärztinnen und Ärzte (BJÄ) betonten schon zuvor, dass die Folgen der Reform auf die ärztliche Weiterbildung unbedingt berücksichtigt werden müssten.
Das BMG wies anlässlich der Analyse darauf hin, dass die einzelnen Versorgungsstufen noch nicht definiert seien. Gute Berechnungen über die Auswirkungen der Reform auf die Versorgung könnten daher erst vorgelegt werden, wenn diese Definitionen feststünden. Grundsätzlich geht das Ministerium davon aus, dass es künftig 300 bis 400 Krankenhäuser des Levels 2 in Deutschland geben wird.
Dass eine Eins-zu-eins-Umsetzung der Kommissionsideen so weitreichende Auswirkungen hätte, liegt vor allem daran, dass die Kommission das Vorhalten bestimmter Leistungsgruppen an das Erreichen der Versorgungslevel gekoppelt hat.
Bund und Länder haben sich darauf verständigt, bis zum Sommer dieses Jahres einen gemeinsamen Vorschlag erarbeiten zu wollen.
Quelle: Ärztezeitung
Weitere aktuelle Artikel
01.06.2026 Aus-, Weiter- & Fortbildung
Fit für die FA-Prüfung: Facharztseminar Viszeralchirurgie 08.-12.06. in Magdeburg
Für angehende Fachärztinnen und Fachärzte wärmstens empfohlen!
01.06.2026 BDC|News
Ein neuer Vorstand übernimmt die Führung beim BDC
Der Weg war lang. Nach intensiver interner Diskussion im erweiterten BDC-Vorstand, Vorschlag eines neuen geschäftsführenden Vorstands durch das Präsidium im November 2025 und Wahl durch die BDC-Mitgliederversammlung auf dem DCK in Leipzig am 24. April 2026 übernimmt zum 01. Juli 2026 der neue Vorstand die Führung des BDC.
01.06.2026 BDC|News
Keine Angst vor großen Tieren – Vizepräsident Dr. med. Jörg-A. Rüggeberg
Der BDC hat in der Mitgliederversammlung am 24. April sein neues Präsidium gewählt. Die teilnehmenden Mitglieder verabschiedeten sich mit anhaltendem Applaus von ihrem bisherigen Präsidenten, Professor Dr. med. Hans-Joachim Meyer, sowie vom langjährigen Vizepräsidenten, Dr. med. Jörg-A. Rüggeberg. Unser langjähriger Vizepräsident beantwortet uns heute eher persönliche Fragen.
01.06.2026 BDC|News
Einblick in das Leben und Wirken von Verbandspräsident Professor Dr. med. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer
Der BDC hat in der Mitgliederversammlung am 24. April sein neues Präsidium gewählt. Die teilnehmenden Mitglieder verabschiedeten sich mit anhaltendem Applaus von ihrem bisherigen Präsidenten, Professor Dr. med. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer, sowie vom langjährigen Vizepräsidenten, Dr. med. Jörg-A. Rüggeberg. Unser langjähriger Präsident beantwortet uns heute eher persönliche Fragen.
Lesen Sie PASSION CHIRURGIE!
Die Monatsausgaben der Mitgliederzeitschrift können Sie als eMagazin online lesen.

