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Vom Nachwuchs-Kongress „Staatsexamen & Karriere“

Schon zum zehnten Mal haben der Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC) und der Berufsverband Deutscher Internisten e.V. (BDI) auf das Staatsexamen vorbereitet. Wieder war der Nachwuchs-Kongress „Staatsexamen & Karriere“ sehr gut besucht und Studenten aus ganz Deutschland reisten nach München zur Prüfungsvorbereitung. Richtig, dieses Mal nach München, ein Novum. Auch einer der wissenschaftlichen Leiter war neu beim Kongress dabei: Andreas Kirschniak aus Tübingen. Carsten Krones und Michael Denkinger, die schon von Anfang an als wissenschaftlicher Leiter beim Kongress dabei sind, haben ihn mit ins Boot geholt. Und was die Nachwuchsarbeit angeht, ist Kirschniak alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Der Chirurg hat sich bereits innerhalb der DGAV unter den Jungen Chirurgen und bei der Chirurgischen Woche der DGCH für den chirurgischen Nachwuchs engagiert. „Es macht mir einfach Spaß, aber da ich nun leider kein junger Chirurg mehr bin, war es Zeit, etwas Neues zu machen und dafür bietet der Nachwuchs-Kongress von BDC und BDI eine super Möglichkeit“, erzählte Kirschniak nach seinem Vortrag in München.

PD Dr. med. Andreas Kirschniak

Bei diesem Kongress war Kirschniak gemeinsam mit internistischen Kollegen als einer der Ansprechpartner für die KarriereBeratung zuständig – Medizinstudierende können sich dabei individuell von erfahrenen Chirurgen und Internisten beraten lassen. Die Referenten erzählten aber von ganz unterschiedlichen Erfahrungen bei der Beratung. „Bei mir waren die Studierenden extrem informiert und wirkten sehr karrierebezogen. Sie haben im neunten Semester bereits promoviert und stellten mir die Frage, ob es sinnvoll sei, gleich einen MBA dranzuhängen. Das hat mich schon etwas verblüfft. Da ich immer die Devise vertrete „erstmal machen“ und praktisch arbeiten, um auch das richtige Gefühl als Chirurg zu bekommen“, so Kirschniak.

Nina Rosa Neuendorff, die exemplarische Fälle der Inneren Medizin beim Nachwuchs-Kongress vorstellte, beantwortete viele Fragen zu Subspezialisierungen während der KarriereBeratung und schaute gemeinsam mit den Studierenden deren Bewerbungsunterlagen durch. „Ich hatte eher das Gefühl, dass man eine Hilfe beim „Sortieren“ der eigenen Prioritäten bezüglich der Facharztwahl ist. Insgesamt waren es sehr konstruktive Gespräche.“ Daniel Vallböhmer, der als BDC-Präsidiumsmitglied auch schon öfter Referent beim Nachwuchs-Kongress war, sagte über die Gespräche mit den Studierenden, dass die Kombination aus dem passenden Team und dem „manuellen Arbeiten“ viele überzeugt, einen chirurgischen Weg einzuschlagen. Es waren drei Teilnehmer bei ihm in der KarriereBeratung, die sich erst für die Innere Medizin entschieden hatten, sich aber dann im PJ umentschieden haben. „Wir müssen also genau in dieser Phase der Ausbildung Überzeugungsarbeit leisten und für die Chirurgie – oder auch die Innere Medizin – begeistern“, so Vallböhmer. Aber nicht nur die Laufbahn im Krankenhaus war Thema, sondern auch die künftige Niederlassung, die wegen der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf oft als Ziel der Jung-Mediziner angegeben wurde. „Letztendlich wollen wir die Studierenden mit unseren Tipps und der KarriereBeratung einen Schritt näher zu ihrem Ziel bringen, die 3. Ärztliche Prüfung zu bestehen, egal welchen Weg sie danach einschlagen. Aber wir freuen uns natürlich über jeden künftigen Internisten – oder auch Chirurgen – den wir für unseren Job begeistern können. Deshalb haben wir dieses gemeinsame Projekt der Berufsverbände ins Leben gerufen“, erzählt Denkinger, BDI-Vorstandmitglied und wissenschaftlicher Leiter des Nachwuchs-Kongresses.

Auf die Frage, wie Kirschniak zu seinem Traumjob Chirurg gekommen sei, antwortet er lachend, dass er eben nicht Bänker wie sein Vater werden wollte und Glück hatte bei der Aufnahmeprüfung. „Medizin hat mich immer schon interessiert und für mich war klar, Medizin bedeutet Chirurgie. Es stand also mit der Entscheidung zum Medizinstudium für mich fest, dass ich Chirurg werden möchte. Allerdings weiß ich jetzt natürlich auch, dass Medizin viel mehr als Chirurgie ist. Genau deshalb finde ich das Konzept des Kongresses super: Trotz der Scherze zwischen uns Chirurgen und den Internisten sind wir ein Team und bereiten die Studierenden gemeinsam auf die Prüfungen vor – hoffentlich nehmen viele von ihnen auch etwas von dieser Zusammenarbeit mit“, erzählte er weiter.

Was die Studierenden auf jeden Fall aus München mitgenommen haben, sind laut ihrem Feedback „viele persönliche Tipps und Ratschläge für die Prüfung“, „sehr gute Motivation durch die Dozenten“ und „viele Themen wie z. B. Frakturen wurden das erste Mal richtig gut erklärt“. Einige würden sich sogar wünschen, den Nachwuchs-Kongress noch weiter auszubauen und auf drei Tage zu verlängern.

Ob Kirschniak seinen eigenen Kindern auch raten würde, Chirurg zu werden? „Ja, auf jeden Fall – ist ja auch ein toller Beruf“, antwortete der zweifache Vater begeistert. Vielleicht werden sie sich also auch irgendwann bei unserem Kongress auf die 3. Ärztliche Prüfung vorbereiten – bisher waren es schließlich schon knapp 2.000 Teilnehmer.

Schicken Sie Ihre PJler und Famulanten doch auch mal zum Nachwuchs-Kongress „Staatsexamen & Karriere“. Der nächste Termin steht schon fest: 29. Bis 30. September 2017.
Nachwuchs-Kongress „Staatsexamen & Karriere“

Bereits seit 2012 bieten die Berufsverbände der Deutschen Chirurgen (BDC) und Internisten (BDI) ein eigens entwickeltes Seminar- und Kongressformat für Medizinstudierende an, das auf die 3. Ärztliche Prüfung vorbereitet.

Im Zentrum stehen dabei der praktisch-mündliche Prüfungsteil der beiden Pflichtfächer Chirurgie und Innere Medizin sowie Tipps und Tricks aus dem Klinikalltag und viele wertvolle Kontakte.

Wissenschaftliche Leiter:

Webseite Nachwuchs-Kongress "Staatsexamen & Karriere"

Weilbach J. „Für mich war klar, Medizin bedeutet Chirurgie“. Passion Chirurgie. 2017 Mai, 7(05): Artikel 04_01.

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Autor des Artikels

Julia Weilbach

Presse & Social MediaBerufsverband der Deutschen Chirurgen e.V.Luisenstraße 58/5910117Berlin kontaktieren

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