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Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

die Hernienchirurgie hat sich in den letzten Jahrzehnten aufgrund der Vielzahl der Methoden und Materialien sowie durch den Anspruch an ein individualisiertes Vorgehen zu einem eigenständigen Gebiet innerhalb der Allgemein- und Viszeralchirurgie entwickelt. Durch die Häufigkeit wird sie dennoch in vielen Kliniken und zahlreichen Praxen in der täglichen Routine für die Patienten angeboten. Gleichzeitig steigt der Qualitätsanspruch seitens der Patienten fortwährend. Für jeden einzelnen Chirurgen ist es eine große Herausforderung geworden den kontinuierlichen Wissenszuwachs zu verfolgen und das eigene Vorgehen ggf. immer wieder anzupassen.

Vor diesem Hintergrund ist das seit 2009 bestehende Deutsche Hernienregister Hernia­med ein wesentlicher Baustein zur Reflektion des täglichen Handelns geworden. Es hat sich zwischenzeitlich mit mehr als einer halben Million Patientendatensätze zur weltweit größten Datensammlung über Hernienchirurgie entwickelt. Dies belegen auch zahlreiche wissenschaftliche Publikationen der jüngsten Zeit. Durch dieses Register wurde eine hervorragende Möglichkeit geschaffen, wichtige Fragen des Alltags zu beantworten. Darüber hinaus können aber auch neue tiefere Einblicke gewonnen werden, die durch wissenschaftliche Studien bisher nicht abgebildet werden konnten. So verhält es sich auch mit den Kenntnissen über die Notfälle in der Hernienchirurgie: Die Erkenntnisse aus den Daten der Versorgungsrealität ermöglichen es uns als Chirurginnen und Chirurgen präzisere Risikoabschätzungen vorzunehmen und Indikationen zu Operationen kritisch zu hinterfragen.

Die nächste Generation Chirurginnen und Chirurgen wird sich künftig auch aufgrund des veränderten Zeitgeistes frühzeitig fachlich spezialisieren. Hier gilt es, neue Angebote für den Nachwuchs zu schaffen. Die Hernienchirurgie wird dabei sicher nur ein Aspekt sein, könnte jedoch exemplarisch wirken. Eine in Zusammenarbeit des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen (BDC) und der Deutschen Herniengesellschaft (DHG) entwickelte modulare HERNIENSCHULE stellt eine vor allem praktisch orientierte Hilfestellung für die Weiterbildung dar. Das Konzept der HERNIENSCHULE konnte in den letzten Jahren erfolgreich weiterentwickelt werden und besitzt schon heute auch internationalen Modellcharakter.

Weiterbildung in der Hernienchirurgie ist jedoch nicht nur ein nationales, sondern auch ein globales Problem. Es gilt auch in Afrika mit standardisierten Ausbildungskonzepten den Nachwuchs für die Chirurgie zu begeistern. Mit einem Artikel über ein nachhaltiges humanitäres Projekt in Ruanda wollen wir den Blick über den Tellerrand wagen.

Die Chirurgie bleibt spannend und ist für viele von uns eine Passion!

Ich wünsche Ihnen viel Spaß an dieser neuen Ausgabe der Passion Chirurgie mit dem Schwerpunkt Hernien.

Ihr
Ralph Lorenz

Lorenz R: Editorial. Hernienchirurgie. Passion Chirurgie. 2018 April; 8(04): Artikel 01.

PASSION CHIRURGIE Ausgabe April 2018
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Autor des Artikels

Dr. med. Ralph Lorenz

1. Vorsitzender des BDC LV|BerlinVorstandsmitglied der Europäischen Herniengesellschaft (EHS); 2. Vorsitzender der Deutschen Herniengesellschaft (DHG)3+CHIRURGENKlosterstr. 34/3513581Berlin kontaktieren

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