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Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das deutsche Gesundheitswesen unterliegt seit Jahrzehnten erheblichen Reformbemühungen. Doch lange nicht jede Neuerung hat sich als echter Fortschritt entpuppt – so sehr sie bei der Einführung auch gepriesen wurde. Vielfach wird mehr Porzellan zerbrochen als gebrannt werden kann und manche Reform war schon der Startschuss für die nächste. Trotzdem ist der Eifer der Protagonisten, das System voranzutreiben, ungebrochen. Ein fehlender Konsens in der Gesamtausrichtung, zu viele Partikularinteressen, zu enge politische Prinzipien und eine unverändert schwache Datenlage im Versorgungsbedarf treiben Ärzteschaft und Pflege vor sich her und lassen oft eine klare Linie vermissen.

Bei allen Reformen gibt es für Ärzte aber auch eine zentrale Gemeinsamkeit: Danach steigt von irgendwoher wieder der Druck. Vor allem die Basisversorger können unter diesen Bedingungen leicht ins Schleudern geraten. Obwohl die Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung im Verhältnis zu ihrer Bettenzahl nach den Zahlen des Bundesamts für Statistik einen überproportional hohen Anteil an der Flächenversorgung und der ärztlichen Ausbildung tragen, nimmt auf sie kaum jemand Rücksicht. Zu klein, zu wenig Renommee und ohne den Nimbus der schweren und seltenen Fälle fehlt hier oft die Lobby.

Umso wichtiger ist es, die Kollegen, die in diesem Segment sehr wertvolle Arbeit leisten, gegen die Gefahren des Alltags zu wappnen. Dazu muss man nicht alles neu erfinden: „to learn from the best“ ist ein viel einfacheres Prinzip. Und so sind wir den Chefarztkollegen Prof. Dr. med. Staib und Prof. Dr. med. Markus für ihre wertvollen Beiträge zur angemessenen Berechnung von Personalzahlen und dem Handeln in neu entstandenen Klinikverbünden außerordentlich dankbar. Die Autoren berichten direkt aus ihrer Praxis. Hier lassen sich viele hilfreiche Hinweise ableiten.

Manchmal fruchtet dann trotz aller Tipps und Lernfortschritte nichts. Eine Trennung und Neuorientierung ist für leitende Ärzte dann unumgänglich. Um selbst nicht wie der sprichwörtliche „Ochs vorm Berge“ zu stehen, wird das Heft durch professionelle Handlungsanweisungen für gekündigte Chefärzte ergänzt. Dr. Baur ist seit Jahren als Rechtsanwalt im Medizinrecht spezialisiert. Seine Erfolge wurden mehrfach durch Auszeichnungen ärztlicher Standesvertretungen gewürdigt. Auch er ist ein echter Experte.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser, ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre dieser Ausgabe und hoffe, dass die Beiträge Sie im Tagesgeschäft stärken. Wir sitzen alle im selben Boot – am schnellsten rudern wir zusammen.

Mit herzlichen Grüßen

Carsten Joh. Krones

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PD Dr. med. Carsten J. Krones

Chefarzt

Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie

Marienhospital Aachen

Zeise 4, 52066 Aachen

[email protected]

Krones C. J. Editorial: Chirurgie in der Basisversorgung – Krise oder Renaissance? Passion Chirurgie. 2016 April; 6(04): Artikel 01.

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