Unser Format BDC|Schnittstelle präsentiert in regelmäßigen Abständen Persönlichkeiten mit wichtigen Funktionen im BDC. Heute im Fokus: Dr. Marie Samland, Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie und Landesverbandsvorsitzende des BDC|Berlin.
Ich möchte unsere Wertschätzung und Verantwortung rüberbringen!
1. Welchen Auftrag hast du dir für deinen Landesverband persönlich auf die Fahne geschrieben? Was sind deine Pläne in Berlin? Die Mitglieder des BDC Landesverbandes haben am 8. Mai 2026 im Rahmen der Frühjahrstagung ihre Vorsitzenden und ihre Stellvertreter gewählt und ich freue mich sehr über die Ernennung zur Doppelspitze gemeinsam mit Dr. Karsten Mann. Ich möchte mich ganz herzlich für das ausgesprochene Vertrauen bedanken!
Unser Vorgänger Dr. Ralph Lorenz unterstützt aus „zweiter Reihe“ als stellvertretender Vorsitz; er blickt immerhin auf drei Legislaturperioden als Vorsitz zurück – was für eine Leistung! Besonderer Dank für ihren persönlichen Einsatz gebührt Frau Dr. Katharina Paul-Promchan, die seit 1. Oktober 2022 die Doppelspitze mit Dr. Ralph Lorenz inne hatte und nun ausscheidet.
Als Regionalvertreter wurde Herr Dr. med. Max von Seebach sowie als 2. Regionalvertreter Herr Dr. Gunnar Peters erneut gewählt. Gratulation!
Damit haben wir einen bunt gemischten Landesvorsitz aus verschiedenen chirurgischen Fachgebieten, aber auch verschiedene Schnittstellen in die ambulante und stationäre Versorgung. Diversität wie sie leibt und lebt.
Als einzige Frau im Vorsitz des Landesverband Berlin sehe ich hier direkt schon mal einen Auftrag für mich. Wie wäre es, eine geschlechtergerechte Besetzung innerhalb des Landesverband Berlin für die Legislatur ab 1. Oktober 2029 anzustreben? Oder gar im Vorstand des BDC? Gemische Teams arbeiten nicht nur besser, sondern bringen auch unterschiedliche Perspektiven ein. Und nur so gelingt eine echte Repräsentanz im Landesverband.
Ich begrüße den Trend sehr, dass engagierte Frauen vermehrt auch in Leitungsfunktionen im BDC gewählt werden. Nur zwei Beispiele: Für die Leitung der BDC-Landesverbandvorsitzenden wurde Frau Prof. Carolin Tonus (gemeinsam mit Herrn Dr. Björn Schmitz) zur Doppelspitze gewählt. Und im BDC Landesverband Bayern sind die beiden Landesverbandsvorsitzende weiblich besetzt mit Frau Dr. Julia Gumpp, gleichzeitig auch Präsidentin im Verein „Die Chirurginnen“, und Frau Dr. med. Kerstin Schick, zudem auch Vorstandsmitglied in verschiedenen Berufs- und Fachverbänden.
Das ist echt stark und wirft ein sehr gutes Licht auf den BDC!
Was ich mir daher auf die Fahne geschrieben habe? Gerade in Berlin in niederschwelligen und regelmäßigen Kontakt mit den BDC Mitgliedern zu kommen. Ich wünsche mir, dass wir es als Landesverband schaffen, mehr Frauen und mehr jüngere Leute zu ermutigen, berufspolitisch aktiv zu werden. Ich weiß, dass da draußen viele sind, dich sich gern mehr einbringen wollen, aber schlichtweg nicht wissen wie. Mir ist daher Nähe und Offenheit sehr wichtig. Dass wir weniger hinter “verschlossenen” Türen agieren, sondern vielmehr in den Austausch und Kontakt treten. Der neue BDC-Messenger bietet dafür schonmal eine geeignete Plattform (Mehr Infos: https://www.bdc.de/was-bringt-der-neue-bdc-messenger-von-doctolib-connect/page/2/.
Es ist gut, dass wir auf eine hervorragende Infrastruktur zugreifen können und uns jederzeit auf den Support der BDC Geschäftsstelle verlassen können. Danke dafür!
2. Welches Thema liegt dir in deiner Region den nächsten Jahren besonders am Herzen? Ende 2023 hatten wir ein Stimmungsbild der Mitglieder im Landesverband Berlin im Rahmen einer Umfrage eingeholt mit dem Ergebnis, dass eine Weiterbildung im Verbund zwischen stationären und ambulanten Sektor dringend erwünscht ist. Die Ergebnisse präsentierte ich zur Frühjahrstagung des Landesverband Berlin 2024. Auch in der Passion Chirurgie haben wir die Umfrage aufgegriffen und diskutiert (https://www.bdc.de/wo-liegt-die-zukunft-der-chirurgischen-weiterbildung/). Aufgrund der Brisanz und dem großen Diskussionsbedarf wurde ich dann zu dem Thema „Zukunft der Weiterbildung – Zukunft des chirurgischen Nachwuchses“ zum Referatetreffen des BDC im November 2024 eingeladen, wofür ich dem Vorstand und insbesondere der Geschäftsführerin Frau Dr. Burgdorf, sehr dankbar bin! Das ganze Treffen war geprägt von Aktionismus und Tatendrang. Auch ging hieraus eine Projektgruppe zum Thema „Weiterbildung im Verbund“ hervor mit dem Ziel, Leitfaden und Unterlagen, wie Musterarbeitsverträge und Finanzierungsmodelle zu entwickeln. Es freut mich, dass ich hier die Perspektive der Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung aktiv einbringen konnte und das Ergebnis nunmehr online zu sehen ist als Leitfaden „Weiterbildung im Verbund“ (https://www.bdc.de/weiterbildung-im-verbund/).
Es ist gut, dass wir uns kräftig für die Weiterbildung stark machen. Und uns permanent fragen, wie zukunftsfähig und wie gut die chirurgische Weiterbildung aktuell ist.
Fakt ist: Die wenigsten Weiterbildungsstätten bilden aktuell das gesamte Spektrum der chirurgischen Weiterbildung ab. Aufgrund der Ambulantisierung verschieben sich ganze Teilbereiche in den ambulanten Sektor, die einen wesentlichen Bestandteil des chirurgischen Alltags ausmachen – mit dem Haken, dass dort eine chirurgische Weiterbildung nur in Ausnahmefällen stattfindet und die Finanzierung nur selten klar geregelt ist. Mit dem Leitfaden „Weiterbildung im Verbund“ haben wir nun umfassendes Informationsmaterial und praktikable Blaupausen erarbeitet, die juristische und organisatorische Unterstützung anbietet. So werden Themen wie Organisations- und Übernahmeverschulden aufgegriffen und rechtssichere Arbeitsverträge für Weiterbildungsverbünde angeboten. Insgesamt sind sektorenübergreifende, unbefristete Arbeitsverträge für die Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung anzustreben.
Es ist mein Wunsch, in Berlin möglichst viele Standorte zu begleiten, an denen die „Weiterbildung im Verbund“ gelingt und andere zum Nachahmen ermuntert.
Ich möchte unsere Wertschätzung und Verantwortung rüberbringen für eine gelungene chirurgische Weiterbildung.
Aber auch für das Thema „Surgeon Well-Being“ müssen wir uns unbedingt noch weiter einsetzen (https://www.bdc.de/resilienz-staerken-was-die-bdc-weiterbildungsumfrage-2025-zeigt/), denn dem Nachwuchs geht es aktuell nicht gut! Dass sich der BDC nun die Unzufriedenheit bedingenden Faktoren angehen möchte und eine Förderung des Wohlbefinden und der Resilienz plant, unterstütze ich daher sehr.
Mir sind lebenswerte Arbeitsbedingungen eine Herzensangelegenheit und ich werde nicht müde, mich dafür stark zu machen und einzusetzen. Wir alle haben wohl bereits unsere Berufung gefunden in unserer täglichen Arbeit als Chirurgin oder Chirurg. Es sind aber immer noch zu oft die Rahmenbedingungen, die dafür sorgen, dass – vor allem Chirurginnen – ihre Arbeitszeit reduzieren und nicht in dem Umfang erwerbstätig sind, wie sie es eigentlich sein wollen. Und ich frage mich: Wie geht es eigentlich den Vätern in der Chirurgie? Im Jahr 2019 haben etwa 7.000 Ärztinnen und Ärzte Elternzeit genommen, der Anteil Männer? Lag bei 2,5%! (Quelle: https://www.erfolgsfaktor-familie.de/resource/blob/212634/230c6b6c6183220850bbe489fc1203f7/2021-leitfaden-vereinbarkeit-im-krankenhaus-data.pdf). Spannend finde ich, dass jeder dritte Vater berichtet, dass auf seine Elternzeit-Ankündigung abfällig oder negativ reagiert wurde (laut dem Bericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes aus dem Jahr 2022, https://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/downloads/DE/publikationen/Rechtsgutachten/schwanger_eltern_pflege.html?nn=305458). 19 % der Väter fühlten sich unter Druck gesetzt, gar keine oder eine kürzere Elternzeit zu nehmen. Zum Vergleich: Bei Müttern sind es 11 %. Väter werden also bei der Ankündigung sogar häufiger unter Druck gesetzt als Mütter – nur redet kaum jemand darüber. Ich möchte also die Väter ins Boot holen: Auch sie müssen gehört und gesehen werden, aber sich auch aktiv zeigen.
Und es geht noch weiter: Es ist mitnichten nur die Kinderbetreuung, sondern auch die Notwendigkeit Angehörige zu pflegen, die die Sorgearbeit dann oft zu einem 24/7 Job macht. Wir müssen daher bessere und zuverlässigere Kinderbetreuung einfordern, ein funktionsfähiges Pflegesystem etablieren und – gerade als Berufsverband – und uns ganz maßgeblich für die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben einsetzen. Familienbewusstsein hat in meinen Augen nichts mit Sozialromantik zu tun, sondern ist vielmehr unser alle Zukunftssicherung. In den kommenden Jahren werden schließlich immer mehr Menschen als „Sandwich-Generation“ zwischen Kinderbetreuung, Pflegeverantwortung und Beruf feststecken.
3. Wie möchtest du die Themen mit dem BDC anpacken? Wen und was benötigst du dafür? Was sind die Hürden? Flexible Arbeitszeitmodelle und eine offene Gesprächskultur sind schon mal ein Anfang. Es sind aber noch viele weitere Schritte notwendig und hierfür benötige ich die Unterstützung von den Mitgliedern des Landesverband, denn nur wenn wir wissen, wo die Schwierigkeiten in der Umsetzung von z.B. Arbeitszeitmodellen liegen, können wir auch unterstützen. Als weitere Hürde sehe ich die vielen Vorurteile – Feminismus, zum Beispiel, ist kein Frauenthema und damit alleinige Sache der Frauen. Wenn wir echte Gleichberechtigung wollen, dann geht es nur mit Hilfe beider Geschlechter, das heißt: Auch Chirurgen müssen Feministen sein.
4. Du bist auf Veranstaltungen oder Kongressen auch gern mal mit deinem Nachwuchs zu sehen. Wie sind die Reaktionen? Es ist nicht so einfach, wie es nach außen wirkt, mit Baby oder Kleinkind auf einer Veranstaltung präsent zu sein. Drumherum ist natürlich irre viel zu organisieren. Auch der Alltag zu Hause mit meinen drei älteren Schulkindern ist vorab genau zu planen und zu besprechen. Mein Mann ist im Alltag der Kinder sehr präsent, obwohl auch er beruflich viel unterwegs ist. Wir halten uns quasi gegenseitig den Rücken frei und versuchen, die Sorgearbeit hälftig aufzuteilen.
Es gibt durchaus Stimmen, die sagen, dass Kinder auf einem Kongress unpassend sind und eine Kinderbetreuung vor Ort einen Rückschritt darstellt. Argument ist wohl, dass eine Teilnahme nur dann konzentriert erfolgen kann, wenn keine Kinder dabei sind.
Für mich ist die Kinderbetreuung vielmehr eine sichtbare Wertschätzung von Familien. Kinder können eben nicht immer „wegorganisiert“ werden. Dieses Jahr habe ich neben meinem Baby auch meine 10-jährige Tochter zur Jahresversammlung der Chirurginnen nach Erfurt mitgenommen. Für sie war es echt spannend, mal zu erleben, was ich so treibe, wenn ich nicht zu Hause bin. Und von der Schule konnte ich sie befreien mit dem Argument, dass es ihr als eine Art „Girl’s Day“ den Beruf der Chirurgin näherbringt.
Auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2025 oder zum Deutschen Chirurgie Kongress 2026 waren einige Babys und Kleinkinder präsent. Das Miteinander unter den Teilnehmenden war durchweg wohlwollend, hilfsbereit und wertschätzend. Die Solidarität ermuntert dann auch andere zu einer Teilnahme, die sonst nicht darauf gekommen wären. In der Elternzeit mal rauszukommen und sich weiterzubilden, ist eine echte Bereicherung. Daher ist in meinen Augen eine Kinderbetreuung zu Kongressen und Fortbildungsveranstaltungen eine Art Akzeptanz, dass Kinder in unser Leben dazu gehören und wir uns eben nicht zwischen Karriere und Kind(ern) entscheiden müssen, sondern beides miteinander kombinieren können und dürfen.
Ich bekomme stets sehr viel positive Reaktionen von anderen Kongressteilnehmern: Dass ich ein echtes Vorbild sei für andere Chirurginnen-Mütter oder dass ich genau die Art Vereinbarkeit lebe, worüber viele nur reden.
Auch einige berufspolitische Sitzungen habe ich mit Baby besucht und dies vorab immer angekündigt. Negative Reaktionen oder Erlebnisse hatte ich keine. Warum auch, die meisten haben selbst Kinder und vielleicht auch Enkelkinder. Und an all die Organisatoren der Veranstaltungen muss ich ein Lob aussprechen: Der Baby-Hochstuhl steht schon bereit, ein Wickelbereich ist organisiert und hilfsbereite Unterstützung ist mir stets Gewiss.
Ich freue mich jedenfalls schon auf die Klausurtagung und das gemeinsame Jahrestreffen der BDC Landesverbände in Frankfurt am 12. und 13. Juni 2026, zu der ich mit meinem 10-Monate alten Baby anreise.
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5. Welche Verantwortung und welchen spezifischen Einfluss auf die Politik hat der BDC als berufspolitischer Vertreter aller Chirurginnen und Chirurgen und haben speziell die Landesverbände aus deiner Sicht? Gerade die Landesverbände sind die Grundfesten für den gesamten Berufsverband, denn sie sind die ersten Anlaufstellen für die Mitglieder. Daher ist es in meinen Augen auch so wichtig, dass wir im Vorstand möglichst divers auftreten sollten, denn so können sich die Mitglieder im Landesverband besser identifizieren. Die Landesverbände sind wesentlich näher dran an den Bedürfnissen der Einzelnen.
Die Grundlage ist der persönliche Kontakt. Ich möchte raus aus dem anonymen Raum, und einen Austausch schaffen, bei dem sich jeder gern zugehörig fühlt.
Übrigens finde ich gut, dass wir alle im Vorstand in Berlin in unterschiedlichen Gremien noch einen „Fuß in der Tür“ haben, ob in KV, Ärztekammer oder anderen Fach- und Berufsverbänden. Das ist so wichtig! Es ist vor dem politischen Hintergrund kaum noch möglich, alle Probleme allein zu lösen. Daher begrüße ich die Aktion des Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie, bei der alle aufgerufen waren, ihren zuständigen Abgeordneten zu schreiben in Hinblick auf die konkreten Auswirkungen des geplanten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes, was ich natürlich direkt getan habe. Ich bin sehr gespannt, wie das Treffen in ein paar Wochen mit den Wahlkreisabgeordneten abläuft, zu der ich nun eingeladen wurde.
Ich sag mal so: Steter Tropfen höhlt den Stein.
6. Warum lohnt sich als Mitglied ein Engagement im BDC und wer kann/sollte für ein Mandat kandidieren? Ein Engagement im BDC lohnt sich, weil berufspolitische Entscheidungen unseren Alltag unmittelbar beeinflussen – Arbeitsbedingungen, Weiterbildung, Krankenhausstrukturen oder Vergütung. Wenn wir diese Themen nicht selbst mitgestalten, werden sie von anderen entschieden. Der BDC bietet die Möglichkeit, die Zukunft der Chirurgie aktiv mitzuprägen und sich gleichzeitig mit engagierten Kolleginnen und Kollegen zu vernetzen. Die Akademie ist seit Jahren ein Garant für qualitative Fort- und Weiterbildung. Ich wünsche mir, dass sich künftig noch mehr Kolleginnen und Kollegen für ein Mandat im Verband zur Verfügung stellen – aus Klinik und Praxis, aus unterschiedlichen chirurgischen Disziplinen und besonders auch aus der jüngeren Generation. Der Verband lebt von der Vielfalt der Perspektiven. Der BDC ist über viele Jahre von sehr erfahrenen Persönlichkeiten geprägt worden, denen wir viel zu verdanken haben. Gleichzeitig ist es wichtig, dass nun auch jüngere Kolleginnen und Kollegen Verantwortung übernehmen und neue Ideen einbringen. Es geht nicht darum, die Lebensleistung der „Alten“ in Frage zu stellen, sondern darum, auf diesem Fundament gemeinsam die Zukunft der Chirurgie weiterzuentwickeln.
Berufspolitik braucht Erfahrung – aber sie braucht genauso neue Perspektiven und Engagement.
7. Was wünschst du dir für deinen Landesverband, den BDC und deine Arbeit in den nächsten Jahren nach innen und nach außen? Desto mehr mitwirken, desto besser. Die Mitarbeit in den Berufsverbänden erfolgt ehrenamtlich und ich bin begeistert von dem Austausch und dem Einsatz. Gerade im Referat „Familie & berufliche Perspektiven“ unter der Leitung von Frau Dr. Frauke Fritze-Büttner bin ich beeindruckt vom Engagement jedes Einzelnen. Ich finde es toll, innerhalb der Gruppe zu diskutieren, Umfragen und Artikel zu kreieren und merke, wie viel Leidenschaft für die Themen Vereinbarkeit und respektvolles Miteinander da ist, und was für unterschiedliche Hintergründe wir haben. Und dass dann trotzdem, oder vielleicht auch gerade deswegen, so viel Energie da ist, gemeinsam etwas zu bewegen!
Wäre es nicht wünschenswert, diese Diskussionsrunden einem noch breiteren Publikum zu öffnen, z.B. durch offene Treffen der Referate für alle interessierten Mitglieder aus dem Landesverband?
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8. Warum lohnt sich als Mitglied ein Engagement im BDC und wer kann/sollte für ein Mandat kandidieren? Im Oktober 2022 bin ich dem Aufruf zur Kandidatur zur Wahl im Landesverband Berlin nachgekommen. Mein damaliger Oberarzt hat mich sehr bestärkt, den Schritt zu wagen und mir das nötige Selbstvertrauen gegeben. Zu meiner Verblüffung wurde ich dann direkt zur zweiten Vorsitzenden gewählt. Und das hat mir gezeigt, dass wir uns oft einfach mehr zutrauen sollten und dürfen – und einfach machen sollten. Wenn ich das schaffe, dann schafft ihr das auch! Inzwischen bin ich in den BDC „reingewachsen“ und freue mich, für den BDC auf verschiedenen Veranstaltungen Sitzungen und Vorträgen als Mandatsträgerin aktiv mitzugestalten.
Kurzporträt Dr. med. Marie Samland Dr. Marie Samland ist 1989 in Berlin geboren. Nach dem Studium an der Universität Leipzig absolvierte sie ihre Weiterbildung zur Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Uniklinik Leipzig, den DRK Kliniken Berlin Köpenick und am BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin mit Facharztprüfung im November 2025.
Aktuell arbeitet Dr. Samland als Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie am BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin in der Klinik für Rückenmarkverletzte und Paraplegiologie.
Schon seit dem Medizinstudium ist Frau Dr. Samland berufspolitisch engagiert und konnte sich in den letzten Jahren in verschiedenen Berufs- und Fachverbänden einbringen und dem Nachwuchs eine Stimme geben. So hatte Dr. Samland von 2021 bis 2024 sowohl die Gremienleitung für das Junge Forum 0&U im Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) als auch die Sektionsleitung in der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) inne. Seit 2017 leitet Dr. Samland die Öffentlichkeitsarbeit im Jungen Forum 0&U und ist seit 2019 in der Sektion BerufsLEBEN aktiv. Im Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) ist Frau Dr. Samland im Oktober 2024 zur stellvertretenden Landesvorsitzende Berlins gewählt worden. Seit Oktober 2022 ist Dr. Samland stellvertretende Vorsitzende im BDC Landesverband Berlin, seit Mai 2026 Vorsitzende in Doppelspitze. Zudem wirkt Frau Dr. Samland in den BDC Themenreferaten „Familie und berufliche Perspektiven“ sowie „Nachwuchs und Karrieregestaltung“ mit und ist damit ein Teil des Präsidiums des BDC.
Frau Dr. Samland lebt mit ihrem Ehemann und vier Kindern in Berlin.
Die April-Ausgabe der Passion Chirurgie befasst sich dieses Mal ausführlich mit dem Thema Hernienchirurgie. Als eine der am häufigsten durchgeführten Operationen zeichnet sich die Hernienchirurgie durch eine Vielfalt von Verfahren aus. Viele Varianten haben ihre Berechtigung und Indikationen, die es immer wieder zu hinterfragen und mit aktuellen Studienergebnissen abzugleichen gilt.
Neu ist ein maßgeschneiderter, individualisierter Ansatz – der sogenannate tailored approach -, der jedoch ebenso abhängig von guten randomisierten Studien im Sinne der evidenzbasierten Medizin ist. Da diese Studien z. T. noch fehlen, liegt es im Moment bei den einzelnen Chirurginnen und Chirurgen, sich über die besten Verfahren für jeden Einzelfall zu informieren und eine individuelle Therapieempfehlung zu geben.
In detaillierten Artikeln stellen Ihnen unsere Autoren den aktuellen Stand der verschiedenen Techniken und Materialien der Hernienchirurgie vor. Der CME-Weiterbildungsartikel beschäftigt sich mit der bildgebenden Diagnostik in der Behandlung von Leistenbeschwerden und Hernien.
Evidenzbasierte Medizin (EbM) ist ein abstrakter, theoretischer Begriff, den wir Ihnen in dieser neuen Ausgabe der Passion Chirurgie näher bringen und für Sie mit praktischem Wissen verbinden wollen.
Die EbM ist ein unabdingbarer Begleiter zur optimalen Betreuung unserer Patienten und hilft uns, Indikationsstellung und Therapie transparent zu machen. Therapien oder Eingriffe, die heute noch modern und angebracht erscheinen, können schon morgen durch neue Verfahren ersetzt werden. Täglich erscheinen hunderte neuer Studien zu allen Aspekten der Medizin. Die EbM ist ein hilfreiches Werkzeug für den praktizierenden Chirurgen, um durch all diese Entwicklungen sicher zu navigieren.
Daher hoffen wir, Ihnen mit dieser Ausgabe Einblicke in den praktischen Nutzen von EbM liefern zu können. Neben einer Einführung in die Grundbegriffe in Form eines CME-zertifizierten Fortbildungsartikels präsentieren wir zwei Praxisbeispiele, anhand derer die Anwendung der EbM sowie der entsprechenden Quellen erläutert werden. Unsere Autoren geben außerdem Einblick in die praktische Nutzung von EbM in Deutschland und England und zeigen auf, welche Hürden noch zu nehmen sind.
Zentrales Thema unserer Februar-Ausgabe ist die Chirurgie im Kindesalter. Dieses Schwerpunktheft bringen wir in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie heraus und danken Prof. Schmittenbecher aus Karlsruhe und Prof. Ure aus Hannover für ihre aktive Mitarbeit als Herausgeber dieser Ausgabe von PASSION CHIRUGIE.
Die chirurgische Behandlung von Kindern findet traditionell nicht nur bei Kinderchirurgen, sondern auch in nahezu allen anderen chirurgischen Disziplinen statt. In diesem Heft wollen wir deshalb nicht nur über neueste Entwicklungen in der Kinderchirurgie berichten, sondern Alltagsfragestellungen und Indikationen zur Chirurgie im Kindesalter beleuchten, die beispielsweise für Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgen von Bedeutung sind.
Zunächst ergänzen wir unseren bereits im vergangenen Jahr erschienen Artikel zur Appendizitis durch den spezifisch kinderchirurgischen Blickwinkel. In einem weiteren Artikel gehen wir auf die distale metaphysäre Unteramfraktur ein, die häufigste Fraktur im Kindesalter. Im CME-Artikel geht es um die Leistenhernie im Kindesalter, deren drei wichtigste Therapieoptionen besprochen und verglichen werden.
Mit der Erneuerung des Infektionsschutzgesetzes Anfang 2013 und dem vom AQUA-Institut entwickelten Surveillance Konzept zur „Vermeidung nosokomialer Infektionen” gibt es zwei aktuelle legislative Änderungen, mit denen sich die deutsche Ärzteschaft ernsthaft auseinandersetzen muss.
Daher haben wir Hygiene und Infektionsschutz zum Schwerpunkt dieser Ausgabe gemacht und geben Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Gesetzesänderungen und Entwicklungen. Gleichzeitig informieren wir über ein neues Fortbildungsangebot des BDC zur Erlangung der Zusatzqualifikation “Hygienebeauftragter Arzt”. Nach dem Willen des Gesetzgebers muss in jeder chirurgischen Abteilung und Praxis ab sofort ein ärztlicher Kollege mit dieser Qualifikation tätig sein.
Passend dazu geht es im aktuellen CME-Artikel um die Grundlagen rationeller Antibiotikatherapie, eine unerlässliche Strategie zur Eindämmung multiresistenter Bakterien, die in den letzten Jahren erheblich zugenommen haben.
Wie Sie sehen werden, haben wir im Heft ein wenig renoviert: Es gibt die neue Rubrik Panorama mit Kurzberichten aus ganz unterschiedlichen Bereichen unseres Berufs- und Verbandslebens. Außerdem finden Sie jetzt alle Seminar- und Veranstaltungsdaten und Sporttermine gesammelt am Ende des Heftes in der Rubrik BDC|Termine.
Ganz besonders dürfen wir Sie mit dieser Ausgabe auf den gemeinsamen Bundeskongress Chirurgie vom 21.-23. Februar 2014 in Nürnberg und den parallel stattfinden Nachwuchskongress “Staatsexamen und Karriere” aufmerksam machen. Die Kongresse bieten die einmalige Chance sich chirurgisch sektorübergreifend fortzubilden und gleichzeitig mit interessierten Medizinstudenten ins Gespräch zu kommen. Bitte informieren Sie auch Ihre Kolleginnen und Kollegen über diesen Fortbildungskongress zum Jahresauftakt, der gemeinsam von BDC, BAO und BNC sowie vielen weiteren Partnern veranstaltet wird.
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