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Die roboterassistierte Chirurgie wurde vor nunmehr 20 Jahren in die Klinik eingeführt und ist nicht nur aus diesem Grund mehr als nur ein Hype. In den ersten zehn Jahren nach Markteinführung lag der Fokus der Robotik vor allem in der Urologie, nun aber ist die Viszeralchirurgie der weltweit am schnellsten wachsende Sektor der Robotik. Kritisiert werden vor allem die hohen Anschaffungs- aber auch laufenden Kosten der Robotereinheiten. Allerdings häufen sich in den letzten Jahren auch gute evidenzbasierte Konzepte, die einen Einsatz in der Viszeralchirurgie in Zentren rechtfertigen. So stehen aktuell viele Abteilungen vor der Entscheidung, den Einstieg in die Robotik zu wagen. Gleichzeitig drängen neue Anbieter mit interessanten und vor allem kostengünstigeren Produkten auf den Markt. So entstehen aktuell neue Tools aus den Bereichen ­künstlicher Intelligenz und bildgestützter Chirurgie, aber vor allem auch durch immer bessere Simulationssysteme (Virtual-, Enhanced- oder Mixed-Reality), welche die robotische Chirurgie in einem völlig neuen Kontext interessant erscheinen lassen.

Die Komplexität der Systeme, aber auch die in Deutschland mit Robotersystemen durchgeführten Eingriffe, erfordern völlig neue Trainings- und Simulationsmethoden für den Einstieg aber auch für die Weiterbildung. Eine strukturierte Ausbildung im Kontext der Weiterbildung zum Viszeralchirurgen oder speziellen Viszeralchirurgen findet aktuell in aller Regel nicht statt. Dennoch werden Kenntnisse in der Robotik in aller Regel von Chefärzten erwartet. Somit stehen viele angehende Oberärzte oder leitende Klinikchirurgen im Laufe Ihrer Karriere vor der Entscheidung, wie sie sich in diesem Bereich am besten aufstellen.

Insbesondere in den USA sind strukturierte robotische Ausbildungsprogramme bereits Standard. In Anlehnung hieran haben sich bereits ähnliche Methoden im europäischen Ausland etabliert. In Deutschland sind klinische sogenannte „Fellowships“ die Ausnahme. Meist basieren diese Programme auf mehrmonatiger spezialisierter Ausbildung mit den Bausteinen Simulation, Training im „Wetlab“, aber auch modularem Training mit Proctoring im Operationssaal.

Der BDC hat zur Verbesserung dieser Ausbildungslücke eine neue Seminarreihe unter Federführung von PD Dr. med. Hans F. Fuchs, Leiter der Roboterassistierten Chirurgie am Universitätsklinikum Köln und Vertreter der Oberärzte im BDC, aufgelegt. Das Programm ist modular aufgebaut und erstreckt sich vom Webinar zum Einstieg in die Thematik über einen Basiskurs mit Simulation in Berlin über einen Kurs im State-of-the-Art Wetlab „IRCAD“ in Straßburg mit „Hands-on“ bis hin zur OP-Hospitation in Köln.

Wir möchten Sie herzlich einladen, an diesem Curriculum „Robotische Chirurgie“ in den Modulen eins bis drei teilzunehmen. Das Durchlaufen des gesamten Curriculums ist für den Einstieg in die Robotik bestens geeignet, da es sowohl den theoretischen Hintergrund als auch erste praktische Schritte vermittelt. Diese Seminarreihe wendet sich insbesondere an Fachärzte für Allgemein- und Viszeralchirurgie vor dem Einstieg in die roboterassistierte Chirurgie.

Abb. 1: Module des Curriculums „Robotische Chirurgie“ im Überblick

Das Seminar Modul 1 im Langenbeck-Virchow-Haus der Aesculap Akademie behandelt die relevanten Fragen und technischen Aspekte vor dem Einstieg in die Robotik. Der Fokus liegt hier auf strukturierten Trainingsprozessen und Proctoring, Aufbau eines Roboterzentrums sowie technischen Aspekten verschiedener Hersteller. Das Seminar ist 1,5-tägig aufgebaut mit einem gemeinsamen Abendessen am ersten Tag, um hier einen regen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen. Es wurden Referenten aus den wesentlichen Bereichen der viszeralchirurgischen Robotik (oberer Gastrointestinaltrakt, kolorektale Chirurgie sowie auch fachübergreifend aus der Urologie) gewonnen. Auch soll beleuchtet werden, inwiefern individuelle Trainings, auch in Kooperation mit der Medizintechnikindustrie, notwendig sind.

Das Seminar Modul 2 im IRCAD ist zweitägig aufgebaut mit einem gemeinsamen Abendessen am ersten Tag, um hier einen regen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen. Es wurden Referenten speziell aus dem Bereich oberer Gastrointestinaltrakt der viszeralchirurgischen Robotik gewonnen. Schwerpunkt des Kurses ist Hands-on Roboterchirurgie am Tiermodell in Kleingruppen am Da Vinci-OP-Roboter. Hier sollen Tipps und Tricks von Experten live demonstriert und trainiert werden, um die Lernkurve in der Heimatinstitution möglichst zu verkürzen.

Die Hospitation (Modul 3) in Köln ist ebenfalls zweitägig aufgebaut und bereits in der BDC Akademie fest etabliert. Im Zuge der Etablierung der Robotik in unserem Zentrum können parallel zwei roboterassistierte Eingriffe am oberen Gastrointestinaltrakt in zwei Operationssälen demonstriert werden.

Die Module können je nach Kenntnisstand oder Interesse besucht werden. Ein besonderer Fokus dieser Seminarreihe soll die chirurgische Diskussion mit den Teilnehmern sein, so dass wir Sie einladen, Fragen und Probleme aus Ihrer Klinik mit zu den Seminaren zu bringen.

Wir hoffen, dass Sie dieses Seminarkonzept anspricht und würden uns freuen, Sie beim Curriculum „Robotische Chirurgie“ begrüßen dürfen.

BDC|Akademie

CURRICULUM ROBOTISCHE CHIRURGIE

  • Vorbereitungswebinar:
    PD Dr. Hans Fuchs, Termin folgt
  • Modul 1 – Seminar Update Robotische Chirurgie:
    PD Dr. Hans Fuchs, Berlin, 16. – 17.03.21
  • Modul 2 – Workshop im IRCAD:
    PD Dr. Hans Fuchs; Dr. Dr. med. Barbara Seeliger, am IRCAD/IHU-Strasbourg, 02. – 03.09.21
  • Modul 3 – Hospitation:
    PD Dr. Hans Fuchs, Köln, Termin folgt
Mehr Informationen und zur Anmeldungen: www.bdc.de/veranstaltungen/

Fuchs H: Curriculum Robotische Chirurgie im oberen Gastrointestinaltrakt für Oberärzte und leitende Klinikchirurgen. Passion Chirurgie. 2020 Dezember, 10(12): Artikel 04_02.

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Autor des Artikels

PD Dr. med. Hans Fuchs

Seminarleiter BDC|AkademieAllg.-, Viszeral- u. TumorchirurgieKlinikum der Universität zu KölnKerpener Str. 6250937Köln kontaktieren

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