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Das Bundesgesundheitsministerium hat Anfang dieses Jahres einen Arbeitsentwurf für eine neue Approbationsordnung vorgelegt. Der BDC befürwortet grundsätzlich die Neuausrichtung arztbezogener Kompetenzen. Ein stärkerer Praxisbezug sowie die Weiterentwicklung fachübergreifender Strukturen sind die richtigen Antworten auf veränderte Versorgungsstrukturen und -bedürfnisse in der medizinischen Leistungserbringung. „Wir sind allerdings der Meinung, dass den Medizinstudierenden mehr Möglichkeiten zur individuellen Schwerpunktsetzung während des Studiums eingeräumt werden sollte, besonders aufgrund der weiterhin beschränkten Auswahlmöglichkeiten“, so Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer, Präsident des BDC.

Der Entwurf sieht insgesamt eine Stärkung der Allgemeinmedizin und der Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung vor. Diese Schwerpunktsetzung kann in dieser Form jedoch nicht vom BDC nachvollzogen werden, insbesondere vor dem Hintergrund eines sich abzeichnenden Nachwuchsmangels in weiteren Fachgebieten. „Die Betonung der Allgemeinmedizin birgt die Gefahr, dass der Stundenumfang in der Lehre und die Prüfungsanteile anderer Fächer reduziert werden“, so Professor Hans-Joachim Meyer. Es ist aber gerade das Grundlagenwissen und die Kompetenzen aus den weiteren Fächern, die die Grundlage für die allgemeinmedizinische Versorgung von Patienten bilden.“ Der BDC tritt deswegen für eine Förderung der Allgemeinmedizin ein, diese darf aber nicht zulasten konservativer oder auch chirurgischer Fächer gehen.

Allgemeinmedizin „lebt“ vom Grundlagenwissen der anderen Fächer

Chancen sieht der BDC in der Neugestaltung des Praktischen Jahres. Die Umstellung von Tertialen auf Quartale ermöglicht eine stärkere Neigungsorientierung in der Fächerwahl – dies begrüßt der BDC ausdrücklich. Auch die Einführung eines Quartals in der Niederlassung stellt eine sinnvolle Neuerung in der Ärztlichen Approbationsordnung dar, die den Medizinstudierenden unterschiedliche Perspektiven in der Behandlung von Patienten vermittelt. Die weitergehenden Vorgaben bei der Betreuung der Studierenden während des Praktischen Jahres sieht der BDC grundsätzlich positiv. Allerdings sind die dafür erforderlichen personellen Ressourcen einzukalkulieren und bedürfen einer Gegenfinanzierung. Ebenso spricht sich der BDC für verbindliche Finanzierung der Tätigkeiten von Studierenden im Praktischen Jahr aus. Die stärker praxisorientieren Ausbildungs- und Prüfungsformate wie beispielsweise Lehrpraxen, mehr Blockpraktika und OSCE sollten ebenfalls durch eine verbindliche Finanzierung abgesichert werden.

Eine Verkürzung des Studiums um ein Jahr auf fünf Jahre lehnt der BDC ab. Die Fülle der Lehrinhalte kann in der verkürzten Studienzeit nicht abgebildet werden. Zudem besteht die Gefahr, dass eine verkürzte Studiendauer auf Kosten der praktischen Ausbildungsinhalte geht.

BDC-Positionspapier zum Arbeitsentwurf für eine neue Approbationsordnung
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Autor des Artikels

Ingrid Mühlnikel

Presse- & ÖffentlichkeitsarbeitBerufsverband der Deutschen Chirurgen e.V.Luisenstraße 58/5910117Berlin kontaktieren

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