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Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 26.04.2017 berichtete, könnten Lieferengpässe von Narkosemitteln (Wirkstoff Remifentanil) dazu führen, dass künftig viele ambulante Operationen nicht durchgeführt werden könnten. SPIEGEL ONLINE spricht von Problemen bis mindestens 2018.

Stellungnahme der Präsidenten von BDA/DGAI Prof. Dr. G. Geldner und Prof. Dr. B. Zwißler

“Als Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI) und des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten e.V. (BDA), die gemeinsam die über 23.000 Anästhesistinnen und Anästhesisten in Deutschland vertreten, teilen wir die in dem Artikel angesprochene Sorge über die anhaltenden Lieferengpässe des Opioids Remifentanil. Gleichwohl möchten wir ausdrücklich betonen, dass sich kein Patient Gedanken darüber machen muss, dass er nicht die von ihm benötigte Anästhesie auf qualitativ hohem und sicherem Niveau erhält oder dass deswegen notwendige Operationen verschoben werden müssen. Der Einsatz von Remifentanil ist nicht alternativlos. Der mögliche Einsatz von anderen Präparaten bedingt aber einen Systemwechsel bei der Narkoseführung, der u. a. mit einer verlängerten Aufwach- und Überwachungsphase nach Operationen verbunden sein kann.
Remifentanil kommt im Rahmen einer Allgemeinanästhesie als hochpotentes Analgetikum regelmäßig zum Einsatz. Es ist extrem gut steuerbar, d.h. der Grad der Schmerzausschaltung (Analgesietiefe) kann situationsgerecht und schnell erhöht oder erniedrigt werden. Das „Einschlafen“ und „Aufwachen“ der Patienten nach Operationen ist gut regelbar. Dieses hat zu einer weiten Verbreitung, speziell in der ambulanten Anästhesie, beigetragen. Remifentanil wird aber auch im stationären Bereich insbesondere bei besonders schmerzhaften oder langandauenden Eingriffen angewendet. Gleiches gilt zur Unterstützung der Schmerzausschaltung bei Regionalanästhesien. Daher hoffen wir sehr, dass es den zuständigen Behörden gemeinsam mit den Herstellern gelingt, die bestehenden Lieferengpässe von Remifentanil schnellstmöglich zu beheben.”

Prof. Dr. G. Geldner, Präsident BDA
Prof. Dr. B. Zwißler, Präsident DGAI

Autor des Artikels

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Julia Weilbach

Presse & Social MediaBerufsverband der Deutschen Chirurgen e.V.Luisenstraße 58/5910117Berlin kontaktieren

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