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© iStock/olya_steckel

Bereits vor 20 Jahren hatten die Produzenten der US-Zeichentrickserie „Die Simpsons“ Donald Trump als Präsidenten vorhergesehen. Was damals undenkbar schien, ist nun Realität. Ebenso real ist die Gefahr, dass auch die zweite Prophezeiung aus der damaligen Fernsehserie real wird und sich Trumps Präsidentschaft zu einer Katastrophe für die Weltwirtschaft entwickelt. Wenn man alle ungerechtfertigten Hoffnungen, es werde schon nicht so schlimm, außer Acht lässt, bleibt nichts, das für eine erfolgreiche Präsidentschaft Donald Trumps spricht. Historisch waren immer jene US-Präsidenten politisch international besonders erfolgreich, die auf eine starke wirtschaftliche Entwicklung der USA setzen konnten. Als Paradebeispiel ist hierfür Bill Clinton zu nennen, der trotz – oder eher wegen – des in seiner ersten Amtszeit in Kraft getretenen Freihandelsabkommens mit Kanada und Mexiko 24 Millionen Arbeitsplätze in den USA geschaffen hat. So hat er die Grundlage für Haushaltsüberschüsse in seiner zweiten Amtszeit gelegt.

Natürlich lässt sich dies nicht einfach wiederholen, da die Welt immer komplexer geworden ist. Aber Donald Trump versucht erst gar nicht, aus den damaligen Erfolgen zu lernen oder Erkenntnisse gewinnen. Seine Politik ist konsequent rückwärtsgewandt. Er setzt nicht nur auf die traditionellen Branchen Stahl und Öl, sondern gibt für komplexe Fragestellungen einfache Antworten. Gedanklich scheint er dem Sozialismus deutlich näher zu stehen als dem Kapitalismus. Schließlich spielen marktwirtschaftliche Erwägungen wie Produktivität, Rentabilität oder Effizienz bei seinen Kurznachrichten für Unternehmen keine Rolle. Deswegen kann man seine Politik in dem etwas abgewandelten Motto „rückwärts immer, vorwärts nimmer“ zusammenfassen.

Schließlich müssen nur global schwache Volkswirtschaften Abschottungsstrategien entwickeln. Starke Wirtschaftsnationen – wie auch starke Unternehmen – scheuen den Wettbewerb nicht. Vielmehr nutzen sie den Wettbewerb, um sich immer weiter zu verbessern. Natürlich ist daher der Welthandel auch ungleich verteilt. In freien Märkten kaufen Unternehmen und Privatpersonen die Produkte und Dienstleistungen, die am besten zu den jeweiligen Bedürfnissen passen. Deswegen fahren so viele US-Amerikaner deutsche Autos. Aber aus demselben Grund gibt es keine deutschen Smartphones.

Mit seiner Strategie eines zunehmenden Protektionismus dokumentiert Donald Trump nicht nur sein fehlendes Verständnis für aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen, sondern belegt, dass die US-Wirtschaft derzeit schwach ist. Die Diagnose des neuen US-Präsidenten ist also richtig, seine Behandlungsmethode könnte jedoch nicht fehlerhafter sein. Statt bestenfalls mittelmäßigen Produkten wie US-Autos durch Wettbewerbsverzerrungen zu höheren Marktanteilen verhelfen zu wollen, sollte Donald Trump lieber dazu beitragen, die Stärken der US-Wirtschaft weiter auszubauen. Aber das Thema Digitalisierung, in dem Amazon, Google oder Facebook mit weitem Abstand Weltmarktführer sind, findet bei ihm nicht statt. Damit werden auch viel weniger Jobs geschaffen, als wenn ein Automobilhersteller wieder in den USA produziert. Ob dies dann gut für das Unternehmen und in der Folge für die Volkswirtschaft ist, wird überhaupt nicht hinterfragt. Trumps Stil ist Planwirtschaft per Twitter.

Für Deutschland überwiegen auf Sicht der nächsten Jahre die Risiken. Durch den planwirtschaftlichen Ansatz Donald Trumps, bei dem einer sagt, was zu tun ist und die Unternehmen diesem folgen, droht der Verlust eines für die deutsche Exportindustrie wichtigen Absatzmarkts. Dazu müsste man die Abschottung der USA aber als klares politisches Ziel der neuen US-Regierung verstehen und auf politischer und wirtschaftlicher Ebene beginnen, neue Allianzen zu schließen. Dazu zählt natürlich eine wirtschaftlich starke EU, die einen Gegenentwurf zu den USA darstellen muss und so wirkliche Partnerschaften mit China, Russland, Japan und den aufstrebenden Regionen Südamerikas und Afrikas gestaltet.

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Schön M. Ein Kommentar: Donald Trumps Traum von der Planwirtschaft. Passion Chirurgie. 2017 März; 7(03): Artikel 04_05.

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