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Änderungen im EBM wirken sich nicht automatisch auf die Abrechnung in der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung aus. Der ergänzte Bewertungsausschuss hat jetzt festgelegt, dass in dem neuen Versorgungsbereich die alten Regelungen vorerst weitergelten können.

Demnach werden Leistungen, die im EBM ersatzlos wegfallen, in der ASV nach der bis dahin gültigen regionalen Euro-Gebührenordnung weiter vergütet. Dies gilt immer solange, bis der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschließt, die Leistung auch aus dem ASV-Behandlungsumfang und damit dem Appendix für die jeweilige ASV-Indikation zu streichen.

Schnellere Anpassung des Appendix möglich

Bei neuen Gebührenordnungspositionen (GOP), die den Inhalt von Leistungen des Appendix (Abschnitt 1) ganz oder teilweise ersetzen und keine neuen ärztlichen Leistungen enthalten, kann der ergänzte Bewertungsausschuss den Appendix ändern. Ein Beschluss des G-BA ist nicht erforderlich. Dadurch wird erreicht, dass der Appendix schneller an die jeweils aktuelle EBM-Version angepasst wird.

Anpassung des Appendix für pulmonale Hypertonie

Eine konkrete Anpassung wurde im Appendix für die pulmonale Hypertonie beschlossen. Der dort abgebildete Behandlungsumfang basierte nicht mehr auf dem aktuellen Stand des EBM. Dies betraf vor allem Änderungen im Bereich der Humangenetik (die PraxisNachrichten berichteten). Neu aufgenommen wurden unter anderem die GOP 11233 bis 11236, die den Beratungs- und Beurteilungsaufwand nach medizinischen Kriterien differenzieren. Diese ersetzen vollumfänglich die weggefallenen GOP.

Außerdem: Neuer EBM-Abschnitt für Marfan-Syndrom

Der ergänzte Bewertungsausschuss aus KBV, Deutscher Krankenhausgesellschaft und Krankenkassen hat außerdem das ASV-Kapitel 50 im EBM um einen neuen Abschnitt 50.3 für das Marfan-Syndrom erweitert. In das Kapitel werden nach und nach alle Leistungen aufgenommen, die in der ASV erbracht, zuvor aber nicht im EBM enthalten waren.

Neu aufgenommen worden ist die GOP 50301 für die augenärztliche Untersuchung bei Marfan-Syndrom und verwandten, durch genetische Mutationen bedingten Störungen. Sie ist mit 133 Punkten bewertet und ersetzt die bisher für die Abrechnung verwendete Pseudoziffer 88508.

Appendix: Behandlungsumfang in der ASV

Der Behandlungsumfang der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) ist für jede Erkrankung in einem sogenannten Appendix festgelegt. Der erste Abschnitt dieses Appendix enthält Leistungen, die auch im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) stehen. Im zweiten Abschnitt werden Leistungen aufgeführt, die bislang noch nicht über den EBM abgerechnet werden können. Diese werden nach und nach in das neue Kapitel 50 aufgenommen. In der Übergangszeit erfolgt die Abrechnung mittels Pseudoziffern.

Weiterführende Informationen
Beschlüsse zur ASV des ergänzten Bewertungsausschusses
Themenseite ASV
ASV-Richtlinie des G-BA

Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung, Herbert-Lewin-Platz 2, 10623 Berlin, http://www.kbv.de, 16.06.2016

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