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Das vierte Quartal 2014

Das Gesetz zur Verbesserung der Versorgungsstrukturen in der gesetzlichen Krankenversicherung (VStG) überträgt der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) die Aufgabe, einen Bericht über die Ergebnisse der Honorarverteilung, über die Gesamtvergütungen, über die Bereinigungssummen und über den Honorarumsatz je Arzt und je Arztgruppe zu veröffentlichen.

Wir denken, dass die Weitergabe der KBV-Zahlen Transparenz schafft, auch wenn es sich immer um Daten aus lange zurückliegenden Zeiten (zwei Jahre) handelt.

Der aktuelle Honorarbericht (viertes Quartal 2014) der KBV wurde kürzlich veröffentlicht. Dort zeigt sich, dass die Honorare – entgegen der persönlichen Wahrnehmung vieler Chirurgen – tendenziell gestiegen sind. Objektiv betrachtet, belegen die Zahlen sogar eine Steigerung der Gesamtvergütung. Durch die erhöhte Patientenzahl werden diese Zahlen allerdings relativiert. Auch gibt es natürlich regionale und individuelle Abweichungen. Man sollte auch nicht den Fehler machen, den objektiven Honorarzuwachs mit einem Gewinnzuwachs zu verwechseln. Nach wie vor fehlt eine Vergütung überschüssiger Leistungen, die zwar erbracht, aber durch Budgets gekappt werden, von einem auch nur ansatzweisen Ausgleich der Teuerungsraten mal ganz abgesehen.

Es bleibt also dabei, die Klage der Chirurgen über eine unzureichende Vergütung bleibt bestehen; daran ändern auch die vorliegenden Zahlen nichts.

Um regionale Honorarunterschiede erklären zu können, informiert der Honorarbericht außerdem über die Arztzahlen, Fallzahlen und Leistungsmengen. Datengrundlage für den Honorarbericht der KBV sind die von den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) übermittelten Daten im Rahmen der Abrechnungsstatistik.

Die Zusammenfassung des aktuellen Berichtes zeigt, dass im Bundesdurchschnitt verglichen mit dem Vorjahresquartal ein Zuwachs des Honorarumsatzes zu verzeichnen ist. Diese Entwicklung wird auch bei der Einzelbetrachtung des Bereiches Chirurgie deutlich (Tab. 1).

Honorarumsatz Chirurgie

„Im vierten Quartal 2014 ist der Honorarumsatz je Facharzt für Chirurgie im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,7 Prozent (+389 Euro auf 57.630 Euro), der Honorarumsatz je Behandlungsfall um 0,3 Prozent (+0,23 Euro auf 73,85 Euro) gestiegen.

Bei einem Vergleich mit den Veröffentlichungen der KVen ist zu beachten, dass die Abrechnungsgruppe der Chirurgen oft zusammen mit den Fachärzten für Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie und den Fachärzten für Neurochirurgie aufgeführt wird.“

Überschüsse aus vertragsärztlicher Tätigkeit

Auf der Grundlage der erhobenen Kostensätze des Zi-Praxis-Panels (Zi = Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung) wurden die folgenden Ergebnisse der einzelnen Abrechnungsgruppen ermittelt (Tab. 2).

Tabelle 1: Abrechnungsgruppe Chirurgie Honorarumsatz je Arzt und Honorarumsatz je Behandlungsfall in Euro

Kassenärztliche Vereinigung

Honorarumsatz je Arzt in Euro

Veränderung

Honorarumsatz je Behandlungsfall in Euro

Veränderung

4. Q 2013

4. Q 2014

absolut

in Prozent

4. Q 2013

4. Q 2014

absolut

in Prozent

Schleswig-Holstein

51.236

52.009

773

1,5%

72,62

72,81

0,19

0,3%

Hamburg

52.542

53.836

1.294

2,5%

63,65

64,22

0,57

0,9%

Bremen

55.914

61.787

5.873

10,5%

72,77

72,88

0,11

0,2%

Niedersachsen

61.880

63.639

1.759

2,8%

64,33

66,74

2,41

3,7%

Westfalen-Lippe

63.409

64.425

1.016

1,6%

70,12

71,35

1,23

1,8%

Nordrhein

55.096

52.097

-2.999

-5,4%

73,91

68,31

-5,60

-7,6%

Hessen

65.180

68.131

2.951

4,5%

95,43

98,55

3,12

3,3%

Rheinland-Pfalz

54.012

56.682

2.670

4,9%

69,70

72,13

2,43

3,5%

Baden-Württemberg

65.269

64.847

-422

-0,6%

81,40

85,27

3,87

4,8%

Bayern

52.912

53.617

705

1,3%

84,96

83,24

-1,72

-2,0%

Berlin

42.522

39.828

-2.694

-6,3%

63,84

59,21

-4,63

-7,3%

Saarland

54.803

56.903

2.100

3,8%

68,04

72,47

4,43

6,5%

Mecklenburg-Vorp.

59.960

60.155

195

0,3%

71,36

71,37

0,01

0,0%

Brandenburg

50.713

52.064

1.351

2,7%

58,53

60,55

2,02

3,5%

Sachsen-Anhalt

53.574

54.113

539

1,0%

65,33

66,52

1,19

1,8%

Thüringen

50.609

54.344

3.735

7,4%

63,12

67,26

4,14

6,6%

Sachsen

52.110

52.884

774

1,5%

67,41

66,55

-0,86

-1,3%

Bund

57.241

57.630

389

0,7%

73,62

73,85

0,23

0,3%

Quelle: KBV-Abrechnungsstatistik; Praxen mit zugelassenen Ärzten

Tabelle 2: Überschuss je Arzt aus vertragsärztlicher Tätigkeit in Eu

Abrechnungsgruppe

Überschuss je Arzt in Euro

Veränderung

4. Q 2013

4. Q 2014

absolut

in Prozent

Allgemeinmedizin/hausärztliche Internisten

27.129

27682

553

2,0 %

Kinder- und Jugendmedizin

27.788

28.587

799

2,9%

Anästhesiologie*

19.546

19.800

254

1,3%

Augenheilkunde

30.606

31.728

1.122

3,7%

Chirurgie

24.393

24.559

166

0,7%

Gynäkologie

24.805

24.715

-90

-0,4%

Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde

25.215

25.179

-37

-0,1%

Dermatologie

24.919

25.312

393

1,6%

Innere Medizin, FA ohne Schwerpunkt

31.223

32.622

1.399

4,5%

Innere Medizin, SP Gastroenterologie

40.251

40.888

637

1,6%

Innere Medizin, SP Kardiologie

36.321

35.342

-979

-2,7%

Innere Medizin, SP Pneumologie

39.452

38.289

-1.164

-3,0%

Neurologie

25.025

23.887

-1.138

-4,5%

Psychiatrie

24.202

24.052

-150

-0,6%

Nervenheilkunde

34.911

34.076

-835

-2,4%

Orthopädie

25.809

24.933

-875

-3,4%

Psychotherapie (ärztlich/psychologisch)

12.709

12.657

-52

-0,4%

Radiologie

27.784

27.410

-374

-1,3%

Urologie

25.918

25.680

-238

-0,9%

Alle Ärzte/Psychotherapeuten

26.190

26.365

176

0,7%

* eingeschränkte statistische Aussagefähigkeit aufgrund eines relativen Standardfehlers von mehr als 15%

Für die Abrechnungsgruppe Innere Medizin mit den Schwerpunkten Angiologie, Endokrinologie, Hämatologie/Onkologie, Nephrologie und Rheumatologie liegen aus dem Zi-Praxis-Panel keine Kostensätze vor.

Quelle: KBV-Abrechnungsstatistik; Zi-Praxis-Panel – Jahresbericht 2014; 5. Jahrgang, Berlin, März 2016

Weiterführende Informationen
Zum Honorarbericht für das vierte Quartal – 2014 Daten und Fakten

DGCH / BDC. Aktueller Bericht über die Ergebnisse der Honorarverteilung. Passion Chirurgie. 2016 Dezember, 6(12/Q4): Artikel 04_06.

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