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Die Vereinbarung zur qualifizierten ambulanten Versorgung krebskranker Patienten – kurz Onkologie-Vereinbarung – wurde zum 1. Januar 2016 um eine Regelung erweitert. Diese betrifft den Berechnungsausschluss der Kostenpauschalen bei Patienten, die auch in der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung behandelt werden.

Ärzte dürfen danach die Kostenpauschalen nach Anhang 2 der Onkologie-Vereinbarung nicht bei Patienten abrechnen, für die sie im selben Quartal die Kostenpauschalen 86510 bis 86518 in der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) ansetzen. Damit ist jetzt in der Vereinbarung verbindlich formuliert, dass die Pauschalen entweder nur in der ASV oder nur im Rahmen der Onkologie-Vereinbarung berechnungsfähig sind. Bislang gab es dazu nur eine Protokollnotiz.

Eine analoge Regelung enthält die Präambel zum Kapitel 50 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes, das maßgeblich für die Abrechnung in der ASV ist.

Ausnahmen bei Versorgungsbereichswechsel innerhalb des Quartals

Ausnahmen bestehen, wenn Patienten innerhalb eines Quartals den Versorgungsbereich wechseln – entweder von der ASV in die vertragsärztliche Versorgung gemäß Onkologie-Vereinbarung oder umgekehrt. In diesem Fall darf der weiterbehandelnde Arzt beziehungsweise das weiterbehandelnde ASV-Kernteam unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls die Pauschalen abrechnen.

Über die Kostenpauschalen 86510 bis 86518 erhalten onkologisch tätige Ärzte den besonderen Aufwand erstattet, der mit der Betreuung von onkologisch erkrankten Patienten verbunden ist. Solche Pauschalen waren ursprünglich nur im Rahmen der Onkologie-Vereinbarung vorgesehen. Inzwischen sind sie auch berechnungsfähig, wenn Patienten mit einer onkologischen Erkrankung in der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung betreut werden.

Die Regelung im Überblick

Zur Abgrenzung der Onkologie-Vereinbarung (Anlage 7 zum Bundesmantelvertrag-Ärzte) und der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) wurde im Anhang 2 Teil A der Onkologie-Vereinbarung ein Absatz 5 eingefügt, der zwei Regelungen beinhaltet:

  • Sofern die Kostenpauschalen nach Anhang 2 der Onkologie-Vereinbarung im Rahmen der ASV berechnet werden, sind sie bei demselben Patienten in demselben Kalendervierteljahr bei einer Behandlung im Rahmen der Onkologie-Vereinbarung nicht berechnungsfähig. Umgekehrt gilt das gleiche.
  • Wechselt der Patient innerhalb des Quartals den Versorgungsbereich, können die Kostenpauschalen nach Anhang 2 der Onkologie-Vereinbarung bei demselben Patienten in demselben Kalendervierteljahr jeweils einmal im Rahmen der Onkologie-Vereinbarung und einmal in der ASV berechnet werden. Dies gilt aber nur dann, wenn der Arzt, der den Patienten nach der Onkologie-Vereinbarung behandelt hat, nicht dem ASV-Kernteam angehört, das die Weiterbehandlung übernimmt. Ist der Arzt in einer Berufsausübungsgemeinschaft oder einem Medizinischen Versorgungszentrum tätig, dürfen auch die Kollegen nicht Mitglied des Kernteams sein. Gleiches gilt bei einem Wechsel von der ASV in die Versorgung nach der Onkologie-Vereinbarung.
Weiterführende Informationen
Onkolgie-Vereinbarung (Stand: 28.06.2009, PDF, 137 KB)
Einheitlicher Bewertungsmaßstab

Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung, Herbert-Lewin-Platz 2, 10623 Berlin, http://www.kbv.de

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